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Von Markus Katzmaier Haiterbach. Wenn an diesem Wochenende sich Fußballer in der Kuckuckshalle spannende Kämpfe liefern, geschieht dies in einer wohl temperierten Halle. Dass die Wärme seit wenigen Tagen von der gegenüberliegenden Straßenseite kommt, merkt keiner. Die neue Biogasanlage ist in Betrieb und produziert neben Strom auch Nahwärme.Im Grunde ist die Abgabe von Wärme nur ein Nebenprodukt der Biogasanlage der Haslochhof Energie GmbH. Im Vordergrund steht die Gewinnung und Einspeisung von Strom. "Die Wärme aber einfach ungenutzt zu lassen, wäre nicht richtig", sagt Franz Leins, der die Anlage gemeinsam mit Hans-Peter Schweizer vom Haslachhof betreibt.
Nach einiger kontroverser Beratung im Gemeinderat entschloss sich die Stadt Haiterbach, diese Wärme der Biogasanlage für die Heizung der Kuckuckshalle zu nutzen. Diese Lösung kam zeitlich gelegen, weil man ohnehin Ersatz für den maroden Kessel in der Halle benötigte.
"Das ist für alle eine lohnende Sache", sagt Leins. Sein Unternehmen hat einen weiteren Nutzen aus der Anlage, wenngleich dies die Investitionskosten durch einen teuren Leitungsbau auf rund 1,6 Millionen Euro erhöhte. Die Stadt bekommt eine im Vergleich zur Ölbefeuerung günstigere Wärme. Bei knapp sieben Cent je Kilowattstunde spare die Kommune zwei Cent gegenüber dem Heizöl, erklärt Bürgermeister Andreas Hölzlberger. Künftige Preissteigerungen orientieren sich am Ölpreis.
Auch das Sportheim des TSV ist ans Wärmenetz angebunden, was nicht nur dem Verein dient, sondern auch der Haslochhof Energie eine Absicherung ermöglicht. Sie hat nämlich die bestehende Heizanlage des TSV übernommen. Über diese könnte auch die Halle beheizt werden, sollte die Biogasanlage mal ausfallen. Zur Not steht auch noch die alte Heizung der Kuckuckshalle zur Verfügung.
Die Biogasanlage wird derzeit mit rund 85 Prozent ihrer Maximalleistung von 380 Kilowattstunden betrieben. Das Biomethan, das der Motor des Blockheizkraftwerkes (BHKW) verbrennt, entsteht durch die Vergärung von Festmist von Rindern, Mais sowie Gras und Silage. Die Befütterung der Anlage übernimmt Hans-Peter Schweizer. Die Lebensmittelproduktion, so entgegnet Schweizer einer bekannten Kritik, leide unter dieser Anlage nicht. Die landwirtschaftlichen Flächen könnten ausgeweitet werden.
Klagen über Lärm und Geruchsentwicklung seien bislang überschaubar. Am Ende des Prozesses stehe ein guter Dünger, den man wieder ausbringen könne.
Derzeit noch Zukunftsmusik ist der mögliche Aufbau eines Nahwärmenetzes für die Stadt Haiterbach. Dafür müsste aber nicht wie jetzt, warmes Wasser, sondern Gas in die Stadt transportiert und dort in Heizwärme umgewandelt werden. Die Biogasanlage selbst müsste wachsen.