Haigerloch Mehr als nur den Hunger nach Brot stillen
Schwarzwälder-Bote, 29.07.2012 19:50 Uhr
Das St. Anna-Wallfahrtsfest wurde in diesem Jahr in der Kirche gefeiert. Im Bild die Zelebranten beim feierlichen Einzug. Foto: FechterFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Birgit Fechter
Haigerloch. Volksfrömmigkeit und die Freude am feierlichen Ritual: Das zog die Menschen aus der Umgebung gestern wieder zum St. Anna-Fest. Dass der Wallfahrtsgottesdienst gestern wegen des Regenwetters in die Kirche verlegt wurde, tat dem keinen Abbruch.
Sicher hatte sich der eine oder andere durch das schlechte Wetter vom Besuch des Annafests abhalten lassen, aber die Kirche war dennoch gut gefüllt. Mit Pfarrer Wolfgang Laaber zelebrierten Patres des Missionshauses und Diakon Franz Haueisen.Eine große Schar von Ministranten aus der Seelsorgeeinheit sorgten zudem für den feierlichen Rahmen.
Die traditionelle Lesung aus dem "Buch der Sprichwörter" die zum Annafest gehört wie das Eingangslied "Gegrüßt sei tausendmal", war allerdings leider etwas modifiziert worden. Aus "Eine starke Frau, wer findet sie?" wurde jetzt lediglich eine "tüchtige Frau", was ja nicht unbedingt dasselbe ist.
Pfarrer Laaber zog in der Predigt Parallelen zum Evangelium, das von der wundersamen Brotvermehrung gehandelt hatte.
Der Hunger nach dem täglichen Brot sei nur ein Bruchteil dessen, was der Mensch brauche, so Laaber. Der Mensch hungere nach Liebe, Gemeinschaft, Achtung und Respekt. All das habe Jesus erkannt. Der wahre Reichtum entfalte sich erst beim Teilen, und er wachse durch das Teilen ins Unendliche. Der Mensch habe in Zeiten das radikalen Wandels die geistige Stärkung besonders nötig. Als Beispiele für die Herausforderungen nannte er die Ehe als unauflösliches Sakrament. Nicht darüber solle man sich ärgern,sondern über die Behandlung des Themas in den Medien. Die Kirche wolle hier helfen, Wunden zu heilen und Seelen zu reinigen.
Gerade die Begegnung unter den Mitgliedern der Seelsorgeeinheit und anderer Gläubiger am Annatag sei eine geistige Stärkung, die anhand von Umwälzungen auch in den Kirchengemeinden immer nötiger werde: "Wir brauchen diese Begegnungen".
Pfarrer Laaber dankte am Ende des Gottesdienstes allen, die zum Gelingen des Festes beigetragen hatten. Vor allem den Frauen, die letzte Woche die Kirche geputzt haben, und Berthold Koch, der für den schönen Blumenschmuck sorgte. Weiterhin den Ministranten, der Mesnerin, dem Organisten Hans Konstanzer und Pfarrgemeinderatsvorsitzendem Paul Sauter als Organisator.
Die Pfadfinder boten nach dem Gottesdienst wieder ein Mittagessen an. Nachmittags, konnte auch das Pfarrfest stattfinden.


