Von Thomas Kost

Haigerloch. Beim Finale des Wettbewerbs "Jugend debattiert" für die Region Neckaralb fehlten am Mittwoch zwar die Lokalmatadoren, mit Bleona Kelmendi aus Bisingen qualifizierte sich aber dennoch eine Schülerin aus dem Zollernalbkreis fürs Landesfinale.

Sie gewann das in der Aula des Haigerlocher Schulzentrums ausgetragene Finale dieses Debattierwettbewerbes in ihrer Altersklasse Sekundarstufe I (Klassen acht bis zehn; G8: Klassen acht und neun) mit einem Auftritt, den auch die Jury lobte. "Du hast eine sehr lebendige Art zu diskutieren", bescheinigte ihr einer der Juroren und in der Tat nahm die Schülerin des Gymnasiums Hechingen, während der 24-minütigen Diskussion eine aktive Rolle ein.

Gemeinsam mit Patrick Lohmüller und Marie Müller (beide vom Dusslinger Karl- von-Frisch-Gymnasium) und Line Ladner vom Quenstedt-Gymnasium in Mössingen diskutierte die junge Bisingerin über das Thema "Sollen Jugendliche erst ab 16 Jahren Mobiltelefone besitzen und benutzen dürfen?". Bleona Kelmendi und Line Ladner waren dagegen und Patrick Lohmüller und Marie Müller dafür. Damit hatten Bleona und Line übrigens die Mehrheit des Publikums auf ihrer Seite, wie eine Testabstimmung zeigte.

Neben Bleona Kelmendi darf Marie Müller zum Landesfinale am 22. März 2013 im Stuttgarter Landtag fahren. Sollte sie dort in ihrer Altersklasse einen der ersten beiden Plätze belegen, geht’s zum Bundesfinale nach Berlin.

Nicht ganz so erfolgreich war die junge Hechingerin Leonie Ott in der Sekundarstufe II (Klassen elf bis 13; G8: Klassen zehn bis zwölf). Sie landete in ihrer Diskussionsrunde trotz eines guten Auftritts auf Platz drei. Sie maß sich mit einer "Herrenrunde", nämlich Robin Franke vom Johannes-Kepler-Gymnasium in Reutlingen und David Preute und Ludwig Stumpp; beide vom evangelischen Firstwald-Gymnasium im Mössingen.

Die vier Gymnasiasten diskutierten darüber, ob Straßen, die nach politisch umstrittenen Personen der Zeitgeschichte benannt sind, umbenannt werden sollen. Aus diesem Diskurs gingen Robin Franke als Sieger hervor. Er darf ebenso zum Landesfinale fahren wie der zweitplatzierte David Preute. Platz vier belegte Ludwig Stumpp.

Für die vier Wettbewerbsteilnehmer des Haigerlocher Gymnasiums, Johanna Fischer (Bittelbronn; und Maximilian Rath (Stetten; beide Sekundarstufe I) und Theresa Burkhardt (Bittelbronn) und Cem Öczan (Rangendingen; beide Klassen neun und Sekundarstufe II) war leider schon tags zuvor, in der Qualifikationsdebatte in Reutlingen Endstation. Dafür hielten die Haigerlocher Flagge an diesem Abend in der Aula andere hoch: Nämlich Zuhörer, Lehrer oder auch die Schulband, die mit fetzigen Hits die Debattenpausen und Juryberatungen überbrückte.

Das Gymnasium als Gastgeber glänzte auf anderem Wege: In der Jury saß nämlich Simon Drescher. Der ehemalige Abiturient aus Haigerloch hatte es 2009 bis ins Bundesfinale von "Jugend debattiert" nach Berlin geschafft. Der 22-jährige studiert mittlerweile Rhetorik und Philosophie an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen und leitete auch die Siegerehrung eloquent.

Eröffnet hatte den Wettbewerb Schulleiter Helmut Opferkuch. Er ermunterte die Debattierer mit dem Spruch eines französischen Philosophen: "Nicht der Sieg ist Zweck der Diskussion, sondern der Gewinn.". Sabine Thoma-Hass, Koordinatorin des Regionalwettbewerbes hob hervor, wie wichtig Diskussionskultur in einer demokratischen Gesellschaft ist. Junge Leute sollten die eigene Debattierfähigkeit schulen, um zwischen Schaumschlägerei und seriösen Argumenten unterscheiden zu können.