Haigerloch Manchmal jagen sie auch zu Fuß

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Die Silhouetten von Fledermäusen kennt jedes Kind. Aber einer bei Flug zusehen, ist etwas viel Aufregenderes. NABU-Fledermaus-Experte Jörg-Andreas Reihle führte am Samstag Kinder und Erwachsene zu Plätzen, wo es echte Fledermäuse zu sehen gab. Foto: Bäurle Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Max Bäurle

Haigerloch. Superheld Batman war diesmal zwar nicht dabei, aber mit Jörg-Andreas Reihle vom NABU hatte er einen exzellenten Stellvertreter. Auf lustige Art vermittelt dieser am Samstag bei der Europäischen Fledermausnacht sein Wissen über die kleinen Flugkobolde.

Warum Batman am Samstag nicht zur Fledermaus-Nacht kommen konnte, wusste Reihle selbst nicht so genau. Dennoch interessierte sich eine größere Gruppe für seinen Vortrag und die anschließende Führung.

Unter den Interessenten und Fledermaus-Fans befanden sich auch wieder viele Kinder, und daher gestaltete der NABU-Experte in Sachen Fledermausfragen seinen Vortrag auf dem Parkplatz vor der Ölmühle nicht nur informativ, sondern auch äußerst unterhaltsam.

Die Kinder bekamen zuerst Fledermaus-Stempel und durften sich über Süßigkeiten in Fledermausform freuen. Er hatte außerdem eine Fledermausattrappe und Bilder mitgebracht und verteilte Info-Material über Fledermäuse. Durch seinen Vortrag, wie Reihle betonte, wolle er "das Unheimliche vertreiben, damit die Tiere den Schutz erfahren, den sie verdienen".

Der Sachverständige stellte die verschiedene Fledermausarten vor – weltweit gibt es 950 –­ und gab viele Informationen zum Jahresablauf, zur Lebensweise und zum Jagdverhalten der fliegenden Säugetiere bekannt. So erfuhr man von ihm, dass es in Deutschland 25 verschiedene Arten von Fledermäusen gibt, die sich von Insekten ernähren. Die Insekten geben ihnen die nötige Power.

Große Mausohren fühlen sich in der Nikolauskirche wohl

Bei der Jagd auf Käfer, so Jörg-Andreas Rei­hle, seien die Tiere teilweise sogar "zu Fuß" unterwegs.

Die Tiere, die zurzeit am Abend und nachts zu sehen sind, sind laut dem NABU-Experten Jungtiere, die erwachsenen Fledermäuse seien bereits in ihren Übergangsquartieren. Schon während des Vortrags sichtete man rund um die Ölmühle einige so genannte Zwergfledermäuse, die ziemlich früh am Abend losfliegen, um zu jagen, aber vor allem auch, um zu trinken.

Die Gruppe wanderte dann von der Ölmühle zur Nikolauskirche in der Unterstadt, unter deren Dach viele Exemplare der Art "Großes Mausohr" hängen. Diese Fledermäuse starten etwas später in der Dämmerung aus ihren Ausfluglöchern, um an der Eyach zu trinken und zu jagen. Dabei entfernen sie sich bis zu zehn Kilometer von der Kirche.

Die Teilnehmer an der "Bat Night" verfolgten die Fledermäuse per Taschenlampen und zeigten sich begeistert vom Vortrag und der Führung.

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