Haigerloch - Gut möglich, dass in absehbarer Zeit in Bad Imnau gar keine Schulglocke mehr zur Pause klingelt. Nachdem die Grundschule dort bereits in diesem Sommer aufgegeben wurde, könnte schon zum Schuljahr 2013/14 ein Wechsel der Förderschule nach Gruol erfolgen.

In den öffentlichen Raum gestellt wurde diese Option erstmals, als am vergangenen Dienstag der alljährlich Schulbericht der Stadtverwaltung im Gemeinderat vorgestellt wurde.

Die Stellvertretende Hauptamtsleiterin Nina Flaitz gibt dabei immer einen Überblick auf die aktuelle Situation an den Grundschulen, dem Gymnasium, der Realschule und der Werkrealschule. Vor allem zeigt sie anhand der zu erwartenden Schülerzahlen auf, in welche Richtung die Entwicklung an diesen Schulen geht (siehe Info-Rubrik).

Nach ihren Darlegungen ist der Umzug der Grundschule nach Gruol ein Vorschlag, der vom Staatlichen Schulamt kommt. Nach Einschätzung der Behörde macht der Umzug und die Angliederung an eine Grundschule offenbar deshalb Sinn, weil es für die Förderschule wichtig ist, einen Kooperationspartner vor Ort zu haben. Dies ist in der jetzigen Situation in Bad Imnau nicht mehr gegeben.

Außerdem – als in Gruol noch die Hauptschule existierte – gab es schon eine enge Kooperation zwischen den beiden Schultypen, beispielsweise in Form gemeinsamer Schullandheimaufenthalte. In den Überlegungen spielt auch noch eine Rolle, dass der Förderschulleiter Anton Jochum zum Ende des Schuljahres 2012/13 in den Ruhestand geht.

Und noch eine Sache lässt einen Umzug nach Gruol plausibel erscheinen. Wenn der Neubau im Haigerlocher Schulzentrum fertig ist und zum Beginn des nächsten Schuljahres genutzt werden kann, dann wäre auch wieder Platz im alten Schulgebäude in Gruol. Dieses wird derzeit von "Wanderklassen" des Gymnasiums genutzt. Sobald die Gymnasiasten wieder weg sind, wäre das Gebäude für die Förderschule frei.

Noch sind keine Entscheidungen getroffen, aber der mögliche Umzug der Förderschule, dies deutete auch Bürgermeister Heinrich Götz an, wird wohl ein Thema sein, mit dem sich der Gemeinderat im neuen Jahr beschäftigt.

Eher unwahrscheinlich ist der Aufbau einer so genannten "Verbundschule". Dieser Schultyp würde die Realschule in Haigerloch und die Werkrealschule in Stetten zwar stärker verzahnen sie aber nicht zu einer Schule vereinen. Synergieeffekte würden Beispiel durch die gemeinsame Nutzung von Fachräumen und gemeinsamem Unterricht in Sport und Technik entstehen. Idealerweise würde eine Verbundschule an einem Standort geführt, eine Verteilung auf zwei Orte ist laut Schulbericht gegebenenfalls aber auch genehmigungsfähig.

Im Moment, so erklärte Bürgermeister Heinrich Götz, imGemeinderat werde man dieses Thema aber nicht weiterverfolgen.