Haigerloch Biogas und Salzbergwerk: Das stinkt!

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Genossenschaft BioEnergie Bittelbronn. Foto: Kost

Haigerloch-Bittelbronn - Die Betreiber des Salzbergwerks in Stetten und der Biogasanlage in Bittelbronn haben derzeit mit ähnlichen Problem zu kämpfen. Aus beiden Anlagen drangen in jüngster Zeit Gerüche, die den Bürgern beider Ortsteile in die Nase stachen und zu Beschwerden führten.

Die Genossenschaft BioEnergie arbeitet derzeit daran, eine Situation in den Griff zu kriegen, die entstanden ist, seitdem sie auf ihrer Anlage im Bauernfeld eine Pilotanlage zur Trocknung von feuchten Gärresten betreibt.

Strenge Gerüche aus der Gärresteverdampfung waren ausgerechnet während des Eyachpokalturniers im Sommer aufgetreten und hatten für Unmut unter der Einwohnerschaft gesorgt. Einige Bürger machten ihrer Verärgerung Ende August im Ortschaftsrat Luft. Andreas Berndsen, Aufsichtsratsvorsitzender der BioEnergie-Genossen versprach damals, das Problem zu lösen und den Hersteller der Pilot-Anlage dafür in die Pflicht zu nehmen.

Unter den Kritikern der Biogas-Anlage befindet sich nach wie vor der frühere Haigerlocher Bürgermeister Roland Trojan, der selbst in Bittelbronn lebt. Er selbst hatte erst jüngst, am Montag, 21. November, wahrgenommen, dass die Anlage wieder "übel und penetrant" stinke und ein Aufenthalt im Freien (im Bereich Mailand) unzumutbar sei und Übelkeit und Kopfschmerzen verursache.

Er hatte sich daraufhin mit einer schriftlichen Beschwerde ans Bauamt des Landratsamtes gewandt und kritisiert, dass weder Stadt- und Ortschaftsverwaltung reagieren würden und bisher nur Aussage erfolgt seien, dass keine gesundheitlichen Gefahren bestünden.

Damit gibt sich der Ex-Bürgermeister aber nicht zufrieden. Für ihn ist die Gärreste-Trocknung technisch nichts anderes als eine Klärschlammtrocknung und diese habe der Gemeinderat im Genehmigungsverfahren für die Biogasanlage ausgeschlossen.

Dass Trojan sein Geruchssinn am besagten 21. November nicht getäuscht hat, bestätigte gestern im Gespräch mit unserer Zeitung Thorsten Hellstern vom Vorstand der Genossenschaft BioEnergie.

Grundsätzlich habe man das Geruchsproblem in den Griff bekommen, so erläutert er, indem man den Gärresten jetzt Bakterien aus dem Prozesswasser des kleinen Klärwerks auf der Biogasanlage beimische. Hellstern: "Die Bakterien aus dem Prozesswasser schaffen es zu 100 Prozent, den Geruch zu neutralisieren."

An dem betreffenden Montag, so Hellstern habe man jedoch auf Vorschlag des Pilotanlagenherstellers eine andere technische Variante ausprobiert. "Das hat leider nicht funktioniert", bedauert Hellstern. Daraufhin sei man wieder zum anderen System zurückgekehrt.

Kritik, dass die Genossenschaft nur beschwichtigen wolle, aber nichts unternehme, weist Hellstern zurück. Die Dekra sei vor Ort gewesen und habe eine Analyse gemacht mit dem Ergebnis, dass alles okay sei. Man stehe auch in Kontakt mit dem Tübinger Institut Jäger und der Stuttgarter Firma Sphera, die weitere Analysen vornehmen soll. Deren Ergebnisse werde man im Ortschaftsrat transparent machen.

Dass es auf der Biogas-Anlage künftig völlig geruchsfrei zugeht, kann aber selbst Hellstern nicht versprechen. Im Gärprozess wird nämlich Gülle eingesetzt und alle 14 Tage kommt ein Gülle-Transporter ins Bauernfeld. Wenn die Gülle dann hin- und hergepumpt werde, entstünden eben Gerüche. Hellstern: "Das lässt sich nicht verhindern."

Auch den Vorwurf, das Landratsamt würde lasch kontrollieren, lässt er nicht gelten. Die Behörde stehe quasi ständig auf der Matte. Auch das Wasser aus der Kläranlage werde regelmäßig untersucht und das Wasserwirtschaftsamt erhalte die Messergebnisse.

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