Gutach Periskop lenkt Blicke in frühere Zeiten

Eckhard Gräff, 18.04.2012 04:50 Uhr

Gutach - Seit Sonntag ist das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof um eine kleine, aber interessante Attraktion reicher. Im Gutacher Speicher ist eine Dauerausstellung unter dem Titel "Gut aufgehoben und sicher gespeichert" installiert worden.

"Nichts war damals wichtiger als die Lebensmittel wie Korn, Trockengemüse oder Obst sicher zu lagern", betont die wissenschaftliche Museums mitarbeiterin des Freilichtmuseums, Silke Höllmüller, bei einer kleinen Führung durch den Gutacher Speicher gestern Vormittag.

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Die Boxen, in denen die Lebensmittel gelagert wurden, sind noch original erhalten. Das Museumsteam hat allerdings versucht, behutsam Modernes mit der historischen Substanz zu verbinden. So sind die einzelnen Boxen jetzt mit Glasplatten, auf denen ein Foto eines Getreides eingeprägt wurde, verschlossen. Darunter befindet sich eine starke Lampe, die vom Besucher mittels eines Schalters auf der Glasplatte betätigt werden kann.

Dann sieht er die Bilder alter Speicher und kann sich genauestens über deren Entstehungsgeschichte informieren. Auch den teils raffinierten Türschloßtechniken widmet sich ein Kapitel.

Auffallend ist der sehr gute Erhalt des über 400 Jahre alten Gebäudes. Auf deren Bau wurde auch ganz besonderen Wert gelegt, weiß Silke Höllmüller: "Sie waren die besten Versicherungen für die Lebensmittel gegen Missernten und Naturkatastrophen."

Da der Dachboden des Speichers nur schwer über eine kleine Leiter zu erreichen ist, hat sich das Museumsteam etwas Besonderes einfallen lassen. Durch eine Luke in der Decke sehen die Besucher mittels eines gewölbten Spiegels, der am Dachfirst befestigt ist, wie es auf dem Dachboden aussieht.

Wozu hat er gedient? Silke Höllmüller weiß darauf eine Antwort: "Da haben sich früher unter anderem auch Liebespaare getroffen, um zu schauen, ob es zwischen ihnen passt", sagt sie schmunzelnd. Eine weitere Besonderheit stellt das drehbare Periskop dar, welches einen Blick hinunter in das Erdgeschoss des Speichers erlaubt. Dessen Geschichte ist allerdings weniger spannend: Da lagern heute nur Gerätschaften und Schubkarren der Museumsgärtner.

 
 
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