Von Eckhard Gräff

Gutach. Die Planungen für die neue Gutacher Dorfmitte werden wieder aufgenommen. Holger Fischer vom gleichnamigen Planungsbüro aus Freiburg hat bei der Bürgerversammlung am Mittwoch seine Ideen vorgestellt.

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Voraussetzung für die Umgestaltung des Ortskerns ist, dass entsprechende Gelder aus dem Landessanierungsprogramm fließen. Daher sind die Planungen zunächst einmal für den Förderantrag erarbeitet worden.

Holger Fischer zeigte an einigen Beispielen, wie durch Licht, Wasser oder Bäume Akzente gesetzt werden könnten. Das ehemalige Wohn- und Geschäftshaus sowie die ehemalige "Futterkrippe" – beide befinden sich zwischenzeitlich im Eigentum der Gemeinde – sollen im Frühjahr abgerissen werden. "Dann wird der Blick frei auf einen Dorfplatz, der bis einschließlich des Grundstücks der katholischen Kirche (Anleuchtung des Turms) überplant werden kann", berichtete Fischer. Mit einer Sitzgruppe an der Gutach, verschiedenen Bäumen, einem Freisitz, Pavillon und eventuell einer Gastronomie sowie einem speziellen Lichtkonzept könnte dann ein attraktiver Dorfmittelpunkt geschaffen werden, der noch über die Straße bis hin zur Kirche reiche. Hinzu könne eine große offene Treppe zur Gutach kommen.

Allerdings müssten größere Vorarbeiten geleistet werden, betonte Fischer: "Um den Park auch wirklich ins rechte Licht zu rücken, müsste das ganze Gelände erst einmal auf Straßenniveau angehoben werden."

Der Architekt könne sich allerdings nicht vorstellen, einen Platz zu gestalten, den die Bürger nicht annehmen würden: "Hier sind Sie aufgefordert, mitzudenken und Ideen einzubringen", forderte Fischer die zahlreichen Zuhörer auf: "Der Dorfplatz muss von Ihnen angenommen und mit Leben gefüllt werden."

Diesen Aufruf konkretisierte Bürgermeister Siegfried Eckert noch: " Wenn im Frühjahr die beiden Gebäude abgerissen sind, ist der Blick frei auf den Kurpark, und dann können Sie sich Gedanken machen und Ideen einbringen, denn das soll unser gemeinsamer Dorfmittelpunkt werden", forderte er die Gutacher zur kreativen Mitarbeit auf.

Eckert betonte, dass diese "einmalige Chance" überhaupt nur durch das Landessanierungsprogramm mit 60 Prozent Förderung möglich sei.

Ideen brachten verschiedene Zuhörer bereits bei der Fragestunde am Mittwochabend ein. "Aus Gutach 21 könnte auch Gutach 21 plus werden, wenn beim Lichtkonzept die Anstrahlung des Krämerhauses als ein Wahrzeichen mit einbezogen würde", schlug ein Bürger vor. Er könnte sich auch vorstellen, dass das völlig verwaiste Bett an der Gutach saniert werden könnte.

Ein Wasserrad zu installieren, um "Bewegung in den Park" zu bringen, schlug ein weiterer Zuhörer vor. Ein Dritter empfahl, auch die Musikvereine mit in die Planungen einzubeziehen: "Eine Überdachung für Veranstaltungen im Freien beispielsweise und ein Lärmschutz zur B 33 hin seien wichtig.

Ganz andere Vorstellungen hatte ein Bürger von der Gestaltung der Dorfmitte, er sah diese nämlich eher beim Lindengarten in Verbindung mit dem Ehrenmal als im Kurpark. "Durch die stark befahrene Bundesstraße und den fließenden Bach ist der Kurpark stark geräuschbelastet", argumentierte er.

Dies sei auch einmal so geplant gewesen, erinnerte Bürgermeister Eckert, allerdings: "Der Bereich Lindengarten ist in privatem Besitz und steht daher für eine Umgestaltung durch die Gemeinde nicht zur Verfügung", so der Rathauschef. Ein weiterer Bürger meinte, man solle auch an Strom- und Wasserleitungen im Park denken: "Das ist wichtig für Feste oder andere Events".