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Von Marijana Babic
Gutach. Im Rahmen des zehnten "Unternehmerfrühstücks" der Sparkasse Haslach-Zell war ein besonderer Programmpunkt dem Thema "Unternehmerischer Mut" gewidmet. Lutz Langhoff, Wirtschaftssoziologe und ehemaliger Varieté- Künstler, zog die vielen Besucher in seinen Bann.
Nach den Grußworten von Sparkassenchef Mathias Wangler und Bürgermeister Siegfried Eckert – letzterer stellte den Gästen die Gemeinde Gutach vor – referierte Langhoff, der schon 800 "Start-ups" begleitet hat, nicht nur, sondern demonstrierte mithilfe zweier Gäste aus dem Publikum, was unternehmerischer Mut eigentlich bedeutet. Demnach steht am Anfang eine Idee, die sauber kommuniziert werden und in sich stimmig sein muss.
Im buchstäblichen Sinne entzündete der Referent daraufhin ein Feuer, das den Mut, der in die Zukunft führt, versinnbildlichen sollte. "Dieser Mut brennt in unserem Inneren wie ein Feuer und hat die Gabe überzuspringen. Trägheit jedoch erstickt die Flamme wieder." Zum Mut gehöre dementsprechend auch eine gewisse Haltung, ein Selbstverständnis, Beziehungen, die weiterhelfen, das eigene Können, eine gewisse Fehlertoleranz, die es erlaubt, auch mal auf die Nase zu fallen, und ein eiserner Wille, seine Idee umzusetzen.
Ein eiserner Wille ist zur Umsetzung von Ideen vonnöten
"Bei der Haltung hakt es dabei immer wieder", so Langhoff und zeigte dies anhand eines Gastes, der – unsichere Zeiten versinnbildlichend – langsam auf einem Fahrrad durch die Halle fahren sollte. Das Ergebnis: eine unsichere, schwankende, anstrengende, langsame und verkrampfte Fahrt, die sicher nicht zum Erfolg führt.
"Ohne Beziehungen kann man dabei nicht nach oben gelangen", verdeutlichte Langhoff und schwang sich ebenfalls mithilfe zweier Gäste auf ein riesiges Einrad. Durchhaltevermögen sei ein weiteres Kennzeichen eines erfolgreichen Unternehmers, betonte Langhoff, während er auf dem Einrad balancierte. Denn demographisch gesehen gebe es kaum geborene Unternehmer oder Leute, die als Siegertypen geboren seien.
Nur drei Prozent der Bevölkerung seien echte Unternehmertypen im geschilderten Sinne, weitere 30 Prozent könne man durch kurzes Coaching dazu bringen.
Dazu kämen erneut 30 Prozent, die durch längeres Coaching trainiert werden könnten, während 35 Prozent als sogenannte Selbstbehinderer gelten. "Selbstverantwortlichkeit ist das Entscheidende und die Fähigkeit, auf den Punkt kommen zu können."
Ein Selbstverhinderungsmodus wie Angst müsse raus, stattdessen gelte es, seinen Mut zusammenzunehmen. Auch wenn sich Beziehungen irgendwann als Ketten herausstellen sollten – was ebenfalls plastisch demonstriert wurde – gelte es, den entscheidenden Schritt nach vorne zu machen, wobei die Ketten abfallen würden.
"Dass es ohne Geld nicht geht, das stimmt auch nicht", so Langhoff zuletzt, "man muss die Fähigkeit besitzen, aus dem scheinbaren Nichts etwas aufzubauen." Viel zustimmendes Gelächter und Amüsement begleitete dabei die Darstellung, die mehr als anschaulich machte, was unternehmerischer Mut eigentlich ist. Anschließend widmeten sich Gäste und Gastgeber einem ausgiebigen Frühstück, wobei das Vorgestellte oft Thema war.