Gutach - Den Gutacher Bollenhut gibt es in den verschiedensten Ausführungen, mal als Miniatur für Geschenke, als Riesenunikat auf einem Auto oder als Marzipanverzierung auf Schwarzwälder Kirschtorten. Anita Bruder aus Gutach hat nun eine ganz neue Kreation entwickelt.

Auf den ersten Blick sehen sie aus wie Fruchtgummis, und sie duften auch so. Aber Vorsicht: Wer herzhaft in die schwarzen, grünen, gelben oder roten vermeintlichen Leckerbissen hineinbeisst, verzieht schnell das Gesicht: Denn was Anita Bruder in ihrem kleinen Reich produziert, ist Seife. Das gilt auch für die kleinen Bollenhüte, die seit neuestem im Angebot sind. Natürlich in rot – mit Kirschduft – und schwarz – dieser duftet verführerisch nach Schokolade. Aber warum gerade einen Bollenhut neben all den anderen Seifen in allen möglichen Formen? "Auf den Gedanken kam Bürgermeister Siegfried Eckert während eines Gesprächs mit ihm", erzählt Anita Bruder.

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Er sei immer auf der Suche nach kreativen Geschenken für Feste, Ehrungen oder Besuchern der Bollenhutgemeinde. "So fragte er mich, ob ich nicht auch Seifen in Bollenhutform machen könnte", so Bruder. Gesagt, getan. "Dorfbeck" Karl-Heinz Wöhrle half spontan mit entsprechenden Formen aus, und schon einen Tag später stand Anita Bruder wieder im Büro Eckerts und präsentierte dem überraschten Bürgermeister den ersten Seifen-Bollenhut.

Wie kommt Anita Bruder zu ihrem eher ungewöhnlichen Hobby, des Seifenmachens? "Na ja, von Beruf bin ich Chemietechnikerin", verrät sie und schmunzelt. Und Seifen, ihre Düfte, Formen und Farben, haben sie schon immer fasziniert, darum sind entsprechende Geschäfte beispielsweise in London auch nicht sicher vor ihr.

Gerne gibt Bruder die Zutaten preis für ihren Seifenmix. Aus einem kleinen Nebenraum holt sie je eine Packung Schweineschmalz und Kokosfett. Rizinusöl, Wasser, Glyzerin und Alkohol aus der Apotheke gehören auch dazu. Sind die Zutaten entsprechend abgewogen und gemischt, wird das Ganze in einem Topf erwärmt. Und dann kommt noch Zucker dazu. Als Farben verwendet Anita Bruder die ganz normalen Lebensmittelfarben, die beispielsweise auch für die Ostereier verwendet werden.

Nach etwa zwei Stunden ist die glasklare Mischung bereit für die Form. Fast jedenfalls, denn jetzt kommen die Düfte dazu. Und die holt sie sich in Reunion, einer Insel im Indischen Ozean. Warum ausgerechnet da? "Mein Mann kommt von der Insel", sagt Bruder. Und jedes Mal, wenn sie dort in Urlaub ist, deckt sie sich mit Duftölen und anderen Parfümkonzentraten ein. Ihre persönlichen Lieblingsdüfte sind Lavendel und Rosenduft, Kirschduft sei allerdings der "New Comer" und werde immer mehr gefragt. Jetzt hat Anita Bruder die Bollenhüte zur Körperpflege kreiert, aber sie ist weiter auf der Suche nach neuen oder ausgefallenen Ideen, die sie dann in Seifen umsetzen will, wenn sie die entsprechenden Formen findet.