Von Siegfried Kouba

Gütenbach. Interessenaustausch konnten die Vertreter aus Handel und Industrie bei der Firma RENA bei Weißwurst und Brezeln pflegen. Nachdem die Bürgermeister Rolf Breisacher und Josef Herdner sowie Firmenchef Jürgen Gutekunst die Gäste begrüßt hatten, konnte sie dem richtungsweisenden Vortrag über eine nötige Energiewende von Jan Bresinsky folgen (wir berichteten).

Danach gab es in mehreren Gruppen eine Firmenführung. Bewundert werden konnte der noch nicht ganz fertige Neubau des "Headquarters", der schon konkret Funktion und Ausstattung sehen ließ.

Zunächst ging es mit Bernhard Stulz und Diana Kuri in die Metallfertigung. Nach Auskunft von Toni Hug gibt es viel zu tun. Die ausgelastete Abteilung kann mit ihren Produkten am Markt bestehen. Verschiedene Maschinen werden nach Einzelaufträgen oder als kleine Serien gefertigt. Die verwendeten Werkstoffe sind Aluminium, Edelstahl und andere Nichteisenmetalle. Elegant wirkt die Oberflächenbehandlung. Diplomphysiker Frank Schienle erläuterte das "Customised Equipment" mit Kunststoffverarbeitung, Herstellung von Leiterplatten oder Medizintechnik-Produktion.

Geringere Kosten

Eine äußerst wichtige Einrichtung der RENA ist die Energiezentrale, wo immer wieder experimentiert und verbessert wird, um kontinuierlich Strom zu erzeugen, zu speichern und gleichmäßig zu liefern. Es ist daran gedacht, dass sich Nachbarn anschließen, die damit ihre Kosten für Energie halbieren könnten. Die errechnete Ersparnis kann je nach Kapazität rund 10 000 Euro betragen. In Planung ist ein Blockheizkraftwerk mit großem Synergieeffekt.

Nach den Führungen bot sich den Teilnehmern genügend Gelegenheit, sich eingehend zu unterhalten. Der Gedankenaustausch über die zuvor erhaltenen Informationen stand im Mittelpunkt.

Im persönlichen Gespräch äußerte Walter Pankoke aus Niedereschach die Auffassung, dass eine dezentralisierte Energieversorgung unumgänglich sei. Die Abhängigkeit von Gas und Öl müsse gestoppt werden. Beide fossilen Stoffe sollten nur Branchen wie Chemie oder der Herstellung von Medizin und Kunststoffen genutzt werden, wo dies unumgänglich ist, wie Firmenvertreter bekundeten.

Angetan von der Veranstaltung war der Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, Thomas Albiez, der die Firma RENA als "faszinierend" bezeichnete. Er lobte den hiesigen Mittelstand, den man in anderen Ländern gar nicht kennt.