Gütenbach "Hilft soziale Kälte gegen die Erderwärmung?"

Schwarzwälder-Bote, 17.06.2012 21:55 Uhr

Von Brigitte Frank-Gauckler

Gütenbach. "Ein Mann packt ein", schon mehrmals war Uli Masuth guter Unterhalter im hanh art Kunstprojekt. Der gepflegte Plauderer beherrscht das politische Tagesgeschäft und bietet zudem ungeahnte Blickwinkel auf verschiedenste Themen.

Von der Schnelllebigkeit der Katastrophen weiß er nur zu gut Bescheid, denn sein Programm ist tagespolitisch, dennoch sucht er hinter den Ereignissen die tiefere Katastrophe. Wie kann Griechenland Pleite gehen, wurde dort doch das Rechnen erfunden; heute müsse man "Euros nach Athen tragen".

Milliardäre drängen mit freiwilliger Steuerbereitschaft in die Legalität und steuerpolitisch sei das Rauchverbot irrsinnig. Bald soll auch die Steuer für Pferde kommen, der Gaul als Goldesel.

Steuerpolitik und Staatshaushalt würden immer komplizierter. Alles in allem – goldene Zeiten für Kabarettisten, so das Fazit.

Thematisch war er zu Besuch beim Urologen und Thilo Sarrazin. Alles in allem gehe es um die Demografie und Familie. Dabei leitete er vom Nesthocker über das Thema fittere Mädchen zur frühen Selektion im Bildungssystem. Tief schaute er ins Gemüt der Deutschen, die laut Glücksatlas zufriedener seien.

Doch ihre Tonart sei eher Moll, die Nationalhymne folglich viel zu fröhlich. So bot er am Klavier ohne Gesang die Hymne in Moll.

Nachdem die katholische Kirche ihr Fett weg hatte, wandte er sich der Gender-Theorie zu, was angeborenes und anerzogenes Rollenverhalten sei. Zudem glaubt er Männerfeindlichkeit in der Gesellschaft auszumachen, sogar im ersten deutschen Gesundheitsbericht.

Dass Männer auch Gefühle haben, meint er am Verhältnis von Eisbär Knut zu seinem Pfleger belegen zu können. Viele Themen streift er, stellt mehr Fragen als er Antworten gibt. Hilft soziale Kälte gegen die Erderwärmung und hilft Tango dem Manne wieder zum Macho? Gerne träumt er sich in die Zeit des galanten Gentlemans zurück.

Masuth bietet eine Mischung aus kumpelhaftem Erzählen und spitz-züngigem Kommentieren und legt den Finger in die offenen Wunden des (politischen) Alltags; manchmal bleibt das Lachen im Halse stecken.

 
 
Kommentare (0)
  • Kommentare anzeigen
Anzeigen