
Von Brigitte Frank-Gauckler
Gütenbach. Mit einem 60-seitigen Tourismuskonzept hat sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung befasst. Die Firma Futour Südwest aus Freiburg hat diese Studie im Auftrag der Gemeinde erstellt. Dirk Monath präsentierte das Konzept dem Gremium als Zwischenbericht.
Zunächst stelle sich die generelle Frage, ob Tourismus in Gütenbach überhaupt Sinn mache. "Das muss nicht überall sein und ist kein Allheilmittel", meinte Monath, dennoch gehe er davon aus, dass Maßnahmen auch der Bevölkerung zugute kommen. Bei einer attraktiven Landschaft aber einem unschönem Ortsbild eigne sich Gütenbach allenfalls für den Tagestourismus. Die Firma Faller mit ihrer Miniaturwelt könnte aufgrund ihres Bekanntheitsgrades Zugpferd sein. Das Unternehmen sehe Chancen und zeige den Wille zum Ausbau, immerhin kommen im Sommer pro Öffnungstag bis zu 300 Besucher. Diese müsse man mit der Gastronomie verknüpfen, denn die sei langfristig gefährdet. Die Firma Hanhart hingegen möchte keine Angebote für Gäste machen.
Rund um Gütenbach gibt es viele touristische Angebote. Es biete sich an, dem Zwei-Täler-Land beizutreten, denn Gütenbach orientiere sich eher Richtung Tal, so die einhellige Meinung der Räte.
Hans-Helmut Fahle monierte, dass nur Bekanntes erzählt worden sei, er habe Konkreteres erwartet. Viele Verbesserungen seien jetzt schon mit kleinem Budget möglich. Keine Chance Gütenbachs als Einzelkämpfer sieht Bürgermeister Breisacher, er befürwortet den Anschluss an größeren Partner, dies würde etwa 5000 Euro jährlich kosten. Ideen und Chancen entwickelt der Gemeinderat auch aus dem angeschobenen Dorfentwicklungskonzept, stellte Jürgen Schonhardt fest. Ein weiterer Schritt soll ein runder Tisch mit allen Beteiligten sein. Dieser soll im Frühjahr alle Beteiligten zusammen bringen und die Zusammenarbeit optimieren.
Deutliche Kritik am neuen Ortsplan
Negativ bewerteten die Räte den neuen Ortsplan. Es seien nicht alle Wirtschaften markiert, die Hintereck fehle und die Bilder seien abschreckend und präsentierten Gütenbach als "dunkles Loch". Verfasser sei eine private Firma, sagte der Bürgermeister, die auf dem Plan möglichen Anzeigen seien möglichen Inserenten wohl wegen des Preises – teilweise bis zu 400 Euro – zu teuer gewesen.