Grosselfingen Windpark nimmt die nächste Hürde
Schwarzwälder-Bote, 19.07.2012 10:00 Uhr
Windkraftanlagen. Grosselfingen treibt das Verfahren für Park auf der Hohen Acht voran. Ob er kommt, ist allerdings noch lange nicht entschieden. Foto: Graf
Grosselfingen - Grosselfingen macht ernst mit dem Windpark auf der Hohen Acht. Ob und wann sich Rotoren auf den Hügeln am "Dreiländereck" drehen, steht aber noch nicht fest. "Die Arbeit beginnt jetzt erst", sagt Planer Gebhard Gfrörer.
Der Ingenieur aus Empfingen kann auf jeden Fall weiterarbeiten. Den Auftrag dazu erteilte ihm am Mittwoch der gemeinsame Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft Bisingen/Grosselfingen im Grosselfinger Rathaus. Die Räte beider Gemeinden gaben die rund 23 000 Euro frei, die er für den Teilflächennutzungsplan "Windkraft" als Honorar bekommen soll. Bisingen zahlt davon 12 500 Euro, Grosselfingen 10 500 Euro.
Abstände müssen eingehalten werden
Grosselfingen ist mit dem Vorhaben, einen großen Windkraft-Park an der Gemarkungsgrenze zu ermöglichen, noch lange nicht am Ziel. Der Fall zeigt, wie verschachtelt das Verfahren ist. Gfrörer hat die gesamte Gemarkungsflächen von Bisingen und Grosselfingen mehrfach planerisch durchgesiebt. Abstände zu Wohngebieten, Stromleitungen, Straßen und Naturschutzgebieten müssen eingehalten werden, dazu ein Radius von fünf Kilometern um das Wahrzeichen der Region, die Burg Hohenzollern. Außerdem muss der Wind stimmen, halbwegs zuverlässig mit mindestens 5,2 Metern pro Sekunde in 100 Metern Höhe wehen. Sonst lohnt sich die Anlage nicht. Nach dem mehrstufigen Ausschlussverfahren bleiben nur zwei Flächen übrig, die jetzt näher untersucht werden sollen: die Hohe Acht und ein Band an der westlichen Gemarkungsgrenze.
Grosselfingen bevorzugt den Bergrücken im Norden. Ob sich der Park dort bauen lässt, steht aber noch nicht fest. Hänge mit Steigungen von mehr als 20 Prozent gelten als zu steil. Außerdem könnte die Natur noch Überraschungen bereithalten: In Horb tauchten Rot-Milane auf. So wie es aussieht, kann der dortige Windpark nur halb so groß ausfallen, um die seltenen Tiere nicht zu gefährden. "Es können noch große Probleme auftauchen", so Gfrörer. Der Planer schätzt, dass sich das Verfahren ein Dreivierteljahr hinzieht.
Die Bürgermeister Franz Josef Möller aus Grosselfingen und Joachim Krüger aus Bisingen erklärten, sie wollten das Thema Energiewende "offensiv" angehen. Sie stehen zum Ausstieg aus der Atomkraft und der schrittweisen Abkehr vom Erdöl. "Wenn in Japan ein Atomkraftwerk hochgeht, kann es überall hochgehen. Diese Schäden kann man nicht einfach wegkehren", so Krüger.
Aber auch für die Gemeinden bringt es Vorteile, das Thema Windkraft selbst in die Hand zu nehmen. Wer einen Standort anbietet, kann nach derzeitigem Recht alle andere abblocken. So wollen die Kommunen eine "Verspargelung" der Landschaft verhindern. Außerdem brächte der Windpark Geld. Möller erklärte, er rechne mit Pachteinnahmen von 20 000 Euro im Jahr, pro Standort. Derzeit sind acht Rotoren mit einer Gesamthöhe von jeweils 180 Metern geplant.



Zum 'hochgegangenen' Atomkraftwerk
Manchmal hilft es in der Tat zu lesen. Wenn man schreibt, ein Atomkraftwerk sei 'hochgegangen', dann ist das zwar locker flockig, aber an den eigentlichen Tatsachen vorbeigeschwätzt. Da müsste man sich mal mit den Details beschäftigen und etwas sorgfältiger an die Sache heran gehen. In Fukushima ist in keiner Weise der Reaktordruckbehälter 'hochgegangen', was aber durch so eine Aussage suggeriert wird. Oder was will man sonst mit dieser Formulierung bezwecken? Es ist lediglich aus dem Druckbehälter gemäß der Konzeption über ein Überdruckventil Wasserstoff entwichen, der dann im ihn umgebenden Gebäude explodiert ist (es gibt innerhalb des Gebäudes, in dem der Reaktordruckbehälter ist, noch mehrere 'Schalen'). In der Schule lernt man das als Knallgasreaktion kennen. In der Presse waren dann die Gebäude mit den abgesprengten Dächern zu sehen, was natürlich den Laien beeindruckt. Technisch hat diese Explosion aber dem Reaktordruckbehälter, der sich innerhalb dieses Gebäudes befindet, zum Glück nichts anhaben können. Daran kann auch eine Windradlobby nichts mehr ändern. Wie sagt Mathias Richling alias Winfried Kretschmann: 'Wir hatten einfach Glück, dass wir dieses Unglück hatten.' (... ist besser als Dieter Nuhr...) Der Wasserstoff war zwar radioaktiv belastet, die Strahlenbelastung war aber vernachlässigbar gering. Langzeitschäden werden, auch wenn man sie unbedingt herbeiunken will, nicht bestehen bleiben. Trotzdem dass es in Fukushima vermeidbare Schlampereien und Fehler beim Bau und bei der Umsetzung der Pläne des Kernkraftwerkes gegeben hat, haben alle Reaktordruckbehälter stand gehalten. Daran kann auch die Ökolobby nichts mehr ändern. Man muss also konstatieren: Trotz der dummen Schlampereien, die die Ingenieure dort gemacht haben, haben alle Reaktordruckbehälter stand gehalten. Bisher ist zum Glück kein einziger Mensch durch die Havarie in Fukushima ums Leben gekommen. Alle Opfer hat es durch die schreckliche Naturkatastrophe des Tsunamis gegeben. Das ist furchtbar, hat aber nichts mit dem Kernreaktor in Fukushima zu tun. (Nebenbei bemerkt: Als im Frühsommer 2011 die EHEC Epidemie durch die Bio-Sprossen ausbrach, kamen in Deutschland 50 Menschen zu Tode - von diesen Opfern der Bio-Landwirtschaft will man bei der Ökolobby nichts mehr wissen). Dann ist es auch so, dass die 'Finten' wie sie im vorigen Kommentar erwähnt sind, ja durch die Bemerkung damit, dass ein Atomkraftwerk 'hochgegangen' sei, doch dort gelegt wurden. Man kann ja auch nicht sagen, dass 'die' Kühlaggregate in einem Kernkraftwerk ausgefallen seien, wenn ein Kühlschrank in der Kantine des Kraftwerks kaputt geht. Was der Kommentator mit dem 'dünnen Eis' meint, verrät er allerdings nicht. Meiner Ansicht nach bewegt sich die Windradlobby eher auf dünnem Eis, wenn man ohne Sinn und Verstand überall bei uns in der Gegend Windräder (sogenannte 'Trittinen') aufstellen will, obwohl diese wegen der unzureichenden Windverhältnisse bei uns nun wirklich keinen Sinn machen - es sei denn, man redet deren Sinn durch politische Argumente herbei und ignoriert naturwissenschaftlich-technische Fakten. Aber vielleicht findet sich ja im Grosselfinger Wald noch der eine oder andere Juchtenkäfer, dann hätten wir ja ein perfektes Argument, um den Bau der Windräder zu stoppen. Die Revolution frisst ja oft ihre eigenen Kinder...
Ahnungsvoller Bisinger
Lesen hift: 'Wenn in Japan ein Atomkraftwerk hochgeht, kann es überall hochgehen. Diese Schäden kann man nicht einfach wegkehren', so Krüger. Fakt ist: In einem japanischen Kernkraftwerk hat es mehrere Explosionen gegeben, die zur weitgehenden Zerstörung der Gebäude und einer massiven Freisetzung von Radioaktivität führten. Fakt ist: Japan wurde (vorher) als technisch versiertes, sicherheitsbewusstes Land wahrgenommen, dem der korrekte Umgang mit Risikotechnologie zugetraut wurde. Offensichtlich zu Unrecht. Fakt ist: Die japanische Havarie hinterlässt Langzeigtfolgen, die nicht durch die Kehrwoche beseitigt werden können. Krüger hat also mit Fakten argumentiert und nicht mit einer 'Atomexplosion' argumentiert -- auch wenn 'Bisinger' diesen Eindruck erwecken will. Um mit dieser erfundenen Behauptung dann Krügers Unglaubwürdigkeit zu beweisen. Schade, denn es hätte durchaus seriöse und diskussionswürdige Einwände gegeben. Den 'Gegner' mit haarsträubenden und offensichtlichen Finten zu diskreditieren, gehört nicht dazu. Wenn jemand auf derart dünnem Eis argumentieren muss, dann fehlen ihm offensichtlich die richtigen Argumente. Möge er glauben und nachplappern, was er will -- und bei sachlichen Diskusionen dem Dieter-Nuhr-Prinzip folgen.
Schiebt hier etwa die gruene Lobby?
Frueher hatte die Atomlobby den einen oder anderen Lokalpolitiker durch die eine oder andere Gefaelligkeit gefuegig gemacht. Hier eine Spende, da ein Geschenk, dort eine Eintrittskarte. Inzwischen hat sich bei der EnBW der politische Wind gedreht in Richtung gruene Oekorepression. Aber warum sollte die frueher geuebte Praxis nicht auch heute noch funktionieren? Das wuerde mich nicht wundern.... Hat hier schon mal jemand genauer nachgeschaut?? Das waere doch mal was fuer Journalisten im Sommerloch, nicht?