Von Klaus Stopper

Grosselfingen. Strom statt Holz, nur so könne Grosselfingen die nächsten Jahre Gewinn aus dem Gemeindewald ziehen, erklärte Hermann Schmidt, Forst-Dienststellenleiter, am Dienstag im Gemeinderat.

Schmidt präsentierte die aktuellen Wirtschaftszahlen für das laufende Jahr und die Pläne für die Zukunft. 2011 machte die Gemeinde über 40 000 Euro Gewinn mit ihrem Wald, im laufenden Jahr noch 25 000. Im kommenden Jahr wird nur mit 1000 Euro gerechnet. In den von Sturm Lothar vor über zehn Jahren gerissenen Lücken seien mit hohem Aufwand Bäumchen wieder nachgepflanzt worden, erklärte Schmidt. Der gute Preis der vergangenen Jahre wurde genutzt, um viel Holz zu verkaufen, damit diese Investitionen finanziert werden können. Nun wolle man beim Holzfällen kürzer treten und nur so viel verkaufen, dass die Kosten der Forstwirtschaft gedeckt sind. "Darüber hinaus kommt so schnell nichts". kündigte Schmidt an. Das gelte wohl die nächsten 20 bis 30 Jahre.

Er sieht es deshalb als Chance, dass im Grosselfinger Wald Windkraftanlagen gebaut werden könnten. "So würde der Wald in dieser Zeit eben eher Strom als Holz hervorbringen", stellte Schmidt heraus.

Ein Vorteil hätte das: Windkraftanlagen müssen nicht gegen Wildverbiss geschützt werden. Bei den Bäumen sehe das ganz anders aus, sprach Schmidt ein Problem an. Junge Eichen kämen an vielen Stellen gar nicht erst hoch. Erst seit man dazu übergegangen sei, Jungpflanzen einzeln durch Plastikrohre zu schützen, seien Fortschritte erkennbar. Auch Wildzäune habe man gezogen, "aber ich bin kein Freund von Zäunen", bekannte Schmidt. Es komme im Wald zu häufig vor, dass die Eingrenzungen durch stürzende Bäume oder abbrechendes Geäst beschädigt würden.

Kostenintensiv ist auf jeden Fall beides. 10 000 Euro fallen im laufenden Jahr für Waldschutz an. "Ich denke, wir müssen in nächster Zeit ein Gespräch mit den Jagdpächtern führen", verwies Schmidt auf eine weitere Möglichkeit, den Wildverbiss zu verringern.