
Von Klaus Stopper
Grosselfingen. Welche Projekte sollen in Grosselfingen angepackt werden? 61 Zettel mit Vorschlägen von Einwohnern der Gemeinde hat Bürgermeister Franz Josef Möller im Dezember aus einer Infobox geschüttelt. Nun geht es an die Auswertung.
Die Grosselfinger waren aufgefordert worden, ihre Wünsche und Vorstellungen für die Weiterentwicklung der Gemeinde auf Fragebogen zu notieren und im Rathaus abzugeben. Die Kiste mit den Zetteln wurde am 20. Dezember geleert, und in einem ersten Schritt wurden die Einsendungen gesichtet und sortiert. Die Frage, welche Vorschläge realisierbar und dringlich sind, wird eine Arbeitsgruppe von Grosselfingern beantworten. Denn im Rahmen der Befragung wurde auch ermittelt, wer Lust darauf hat an der Entwicklung der Gemeinde mitzuwirken. "Leben im Dorf II" heißt das Projekt, das im Rahmen einer "Leader"Aktion der Europäischen Union landesweit stattfindet.
Ein Termin für das Treffen werde demnächst festgelegt, erklärte gestern Bürgermeister Möller auf Nachfrage unserer Zeitung. Etwa 15 Teilnehmer hätten sich gemeldet. Weitere Interessenten könnten jederzeit dazustoßen.
Was auf den Zettelchen stand, die aus der Infobox geflattert sind, wollte Möller gestern noch nicht konkret sagen. Da wolle er der Arbeitsgruppe nicht vorgreifen. Beispielsweise sei es auch um ungenutzte Gebäude und Leerstände im Ort gegangen. Grundsätzlich neue Ideen seien eher nicht zu finden gewesen, was in so einem kleinen Ort auch kein Wunder sei., "es geht eher darum, eine Prioritätenliste aufzustellen". Möller ist zuversichtlich, dass im Laufe der Zeit "alle geäußerten Wünsche auch realisiert werden könne". Manches brauche aber etwas Zeit.
Möller weiß das aus Erfahrung. Bereits vor über zehn Jahren habe er in Grosselfingen eine Haushaltsbefragung abgehalten, in der die Einwohner ihre Wünsche äußern durften. Genannt worden sei damals etwa der Ausbau der Jugendarbeit für kleinere Kinder, beispielsweise auch durch Ferienspiele, der Bau von Gehwegen und die Sanierung von Straßen und nicht zuletzt auch der Wunsch, Schule und Kindergarten von Grund auf herzurichten, sie zu renovieren. "Da ist mittlerweile eigentlich alles umgesetzt", sagt Franz Josef Möller nicht ohne Stolz.
Vom aktuellen Projekt "Leben im Dorf II" verspricht Möller sich ähnliche Effekte. Allein schon deshalb, weil über "Leader", so heißt das Förderprogramm der Europäischen Union, auch Zuschüsse gewährt werden können. In den Gremien in Brüssel wird großen Wert darauf gelegt, dass die Förderprogramme von einer breiten Basis in den jeweiligen Gemeinden getragen werden. "Ich rechne damit, dass die Beteiligung bei uns gut sein wird", sieht Möller der weiteren Entwicklung hoffnungsfroh entgegen.