Von Klaus Stopper

Grosselfingen. Soll ein Flachdach der Kläranlage repariert oder erneuert werden? Darüber diskutierte am Dienstag der Grosselfinger Gemeinderat. Bürgermeister Franz Josef Möller erinnerte daran: "Mehrkosten schlagen direkt auf den Wasserpreis durch."

Möller ist sparsam, das zeigte sich in dieser Sitzung. Es wurde über eine Investition in Höhe von 200 000 Euro für die Kläranlage beraten. Darf es auch etwas teurer sein? Für Möller eher nicht. Einig war sich der Gemeinderat darin, dass Reparaturen nötig sind, um den Weiterbetrieb der 34 Jahre alten Kläranlage zu gewährleisten.

Ein Ingenieur zeigte auf, was zu tun ist. Im Rechenraum müssen freiliegende Stahlarmierung der Decke saniert werden. Im Innern sind Sanitärräume und weitere Installationen in desolatem Zustand. Über dem Techniktrakt ist das Flachdach an mehreren Stellen undicht.

Neue Fliesen, Türen, Elektroinstallationen, dazu Dachisolierung für die Technikräume sowie eine zusätzliche Heizung, die aus der Abwärme der Drucklufterzeugung ihre Energie bezieht und die Feuchtigkeit in den Räumen reduziert, diese Vorschläge des Ingenieurbüros stießen im Rat auf Zustimmung.

Außerdem schlägt der Baufachmann vor, über dem Technikgebäude ein Pultdach zu errichten. Auf dem restlichen Flachdach, unter dem sich vor allem eine Lagerhalle befindet, sollen undichte Stellen repariert werden.

Gemeinderat Lothar Sulzer sah dies anders. Man dürfe das Flachdach über der Halle nicht einfach nur flicken, "dafür kriegen wir keine Gewährleistung und dann können wir das Problem bald wieder haben". Nachdem sich zeigte, dass ein Pultdach für alle Gebäudeteile zu massiv wäre, plädierte er dafür, die Flachdachabdeckung ganz neu aufzutragen. Dann sei man auf Jahrzehnte "auf der sicheren Seite".

In diesem Moment der Debatte flüsterte Bürgermeister Möller erst mit Kämmerer Dieter Noll, dann ergriff er das Wort. "Jede Mehrausgabe, die wir hier beschließen, muss nächstes Jahr auf den Wasserpreis aufgeschlagen werden", mahnte er und schlug vor, Kostenvoranschläge für eine reine Reparatur und für eine Dacherneuerung einzuholen. Dann wisse man konkret, über welche Summen man entscheide. Diesem Vorgehen stimmte der Gemeinderat dann einhellig zu.