
Glatten (ade). Holzpreise auf hohem Niveau bescheren der Gemeinde Glatten erneut einen satten Gewinn. Dies geht aus dem Waldhaushalt 2012 hervor, den Revierleiter Thomas Schneider und Dieter Zuleger von der Außenstelle Horb des Kreisforstamts dem Gemeinderat vorlegten.
In diesem Jahr wurden bisher 3100 Festmeter Holz eingeschlagen und daraus ein Gewinn von über 50 000 Euro erzielt. 250 Festmeter sind noch nicht verkauft, weitere 800 Festmeter sollen – soweit es das Wetter zulässt – noch eingeschlagen werden.
Erstmals wurde Holz zur Wertholzsubmission in Bad Rippoldsau-Schapbach gebracht. Die Eröffnung ist Anfang Dezember. Den voraussichtlichen Gewinn aus dem Gemeindewald für 2011 bezifferte Schneider auf rund 103 000 Euro. Damit ist der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr gestiegen – trotz geringerem Einschlag.
"Wir hatten ein Jahr mit reger Nachfrage und guten Preisen, die sich hielten", bilanzierte Zuleger. So gab es für Fichten- und Tannen-Stammholz Preise von fast 100 Euro je Festmeter. Fürs erste Quartal 2012 erwartet Zuleger weiter gute Preise. Wohl erst ab dem dritten Quartal rechnet er mit Blick auf die allgemeinen Wirtschaftserwartungen mit rückläufigen Holzpreisen. Die aktuell gute Lage solle man nutzen und die restlichen geplanten 800 Festmeter zeitnah schlagen, meinte Ratsmitglied Walter Glunk.
In diesem Jahr wurden laut Thomas Schneider 2700 Rotbuchen gepflanzt. Die Restpflanzung am Waldrand erfolgt derzeit. In der Buchhalde/Palmberg wird auf 3,3 Hektar Jungbestandspflege betrieben. Im Bereich Waldschutz kümmern sich die Jagdpächter um Schutzmaßnahmen gegen Wildverbiss. Für nächstes Jahr ist ein Holzeinschlag von 3760 Festmetern mit einem Gewinn von 68 000 Euro vorgesehen. Jungbestandspflege ist auf 6,7 Hektar geplant, der Verbissschutz auf 8,3 Hektar.
Revierleiter Schneider präsentierte auch die vorläufigen Eckdaten der Forsteinrichtung für die nächsten zehn Jahre. Demnach ist ein Hiebsatz von jährlich 4500 Festmetern vorgesehen. Dazu kommen Jungbestandspflege auf 1,3 Hektar und die jährliche Prüfung des Verjüngungs-Vorrats auf 120 Hektar. Als "sehr hoch" bezeichnete Schneider den Einzelschutz auf 58 Hektar. Entsprechend dem relativ hohen Einschlag brauche man Naturverjüngung.
Eine längere Diskussion gab es zum Problem Wildverbiss. Schäden seien da, so Schneider. "Ein Problem ist der Wildbestand an sich: Es gibt wieder mehr Wild." Es sei kein Einzelfall, dass die Verbissbelastung zugenommen habe, sagte Zuleger. Das liege mit am langen Winter, an den hochwachsenden Lothar-Flächen und auch daran, dass sich Jäger in einzelnen Gebieten auf das Schwarzwild konzentrierten. Man versuche, gemeinsam mit den Jägern eine Lösung zu finden.