
Von Uwe Ade
Glatten. Die Schulen in Glatten sind gut aufgestellt. Das zeigte der ausführliche Bericht, der jüngst dem Gemeinderat vorgestellt wurde.
Die Grundschule Glatten besuchen im laufenden Schuljahr 92 Kinder in vier Klassen. Laut Leiterin Heidi Strobelt kommen 75 Kinder aus Glatten, sechs aus Böffingen und elf aus Neuneck. Für die Schüler aus den Teilorten fährt extra ein kleiner Schulbus, was bei den Eltern gut ankomme. Der Pflichtunterricht könne zu 100 Prozent erteilt werden. Fünf Lehrerinnen, zwei Lehrer und Pfarrer Götschke als Religionslehrkraft sind tätig. Mit der "Concordia Glatten" gibt es einen Schülerchor. Bei der Seniorenfeier am zweiten Advent wird er seinen ersten Auftritt haben.
Zum Übergang an weiterführende Schulen sagte Strobelt mit Blick auf den Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung, dass auf die Eltern künftig eine große Verantwortung zukomme. "Wir empfehlen zwar weiter, aber die Eltern entscheiden." In den vergangenen Jahren schickten viele Eltern ihre Kinder trotz Gymnasial-Empfehlung auf die Realschule. Besonders freute sich Strobelt über den Schulhof, an dessen Neugestaltung maßgeblbich die Firma L’Orange beteiligt war. Ihre Kollegin Ester Lang von der Brüder-Grimm-Schule stimmte zu: Es sei ein toller Schulhof geworden, "der in den ganzen Kreis streut".
Die Schule für Sprachbehinderte des Landkreises verzeichnet laut Lang eine große Nachfrage. Neun Taxis bringen die Kinder aus dem ganzen Kreisgebiet täglich nach Glatten. Von den 73 Schülern, die in sechs Klassen unterrichtet werden, sind derzeit sechs zur Probe an ihren Heimatgrundschulen. Ziel der Durchgangsschule ist es, die Schüler möglichst schnell fit für die allgemeinen Schulen zu machen. Neben der Schule sind eine Beratungsstelle für Frühförderung und ein sonderpädagogischer Dienst integriert. In der Brüder-Grimm-Schule sind zwölf Lehrer tätig. Es gibt eine Ganztagsbetreuung; dazu gibt es sieben Lehrbeauftragte. "Eine tolle Einrichtung, die im Landkreis dringend nötig ist", so Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer.
Die Nachbarschafts-Hauptschule Schopfloch besuchen laut Rektor Hans Schmidt derzeit 102 Schüler, davon 32 aus Glatten, sechs aus Böffingen und zwei aus Neuneck. Mit 25 Lehrkräften, davon vier Lehranwärtern, sei die Lehrerversorgung gut. Die Ganztagsschule biete ein vielfältiges Angebot. Hierfür kommen 15 Jugendbegleiter, zwei Praktikantinnen aus dem Oberlinhaus und drei Schülermentoren dazu. Zudem bestehen Kooperationen mit Vereinen.
Seit diesem Schuljahr gibt es in enger Zusammenarbeit mit den Eltern eine Präventionsgruppe – eine soziales Training mit der Stiftung Eigensinn ist im Stundenplan verankert. Dabei werden Jugendliche etwa mit großen Lernproblemen oder Jugendliche ohne Motivation und Selbstvertrauen gefördert.
"Es hat sich einiges getan auf dem Bildungssektor", betonte Schmidt. Da neuerdings auch einzügige Hauptschulen zu Werkrealschulen werden können, läuft derzeit ein entsprechender Antrag. Ob es mit dem zehnten Schuljahr (Voraussetzung 16 Schüler) klappt sei noch offen. Ansonsten sei eine Kooperation mit einer Nachbarschule anzustreben. "Es war spannend für uns zu wissen, was geht", sagte Bürgermeister Pfeifer.