Von Uwe Ade

Glatten. Die aktuelle Situation der Schulen war ein Thema der jüngsten Gemeinderatssitzung in Glatten. Die Schulleiter der Grundschule, der Brüder- Grimm-Schule des Landkreises und der Nachbarschaftsschule in Schopfloch erstatteten Bericht.

84 Schüler besuchen laut Rektorin Heidi Strobelt derzeit die Grundschule Glatten. 64 kommen aus Glatten, acht aus Böffingen, elf aus Neuneck und einer aus Dornstetten. Im Computerraum seien durchweg Flachbildschirme installiert. Die Schule lege Wert darauf, dass die Schüler den Computer als Arbeitsgerät kennenlernen. Derzeit gestalteten Schüler eine Kinderhomepage der Schule. Diese könne später über die Internetseite der Gemeinde aufgerufen werden. In die Kooperation mit dem Kindergarten werde viel Zeit investiert, so Strobelt weiter. Für eine Ganztagsschule sah die Rektorin nur wenig Interesse und berief sich auf eine Umfrage unter den Eltern. Dies bezweifelte Gemeinderätin Waltraud Günther. Sie sah höheren Bedarf. "Es läuft gut an der Grundschule in Glatten", stellte Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer zufrieden fest, auch was die Versorgung mit Lehrkräften angehe.

Nach wie vor eine große Nachfrage aus dem gesamten Landkreis verzeichnet die Leiterin der Brüder-Grimm-Schule, Ester Lang. 72 Schüler – drei davon derzeit zur Probe an ihren Heimatgrundschulen – besuchen derzeit die Schule für Sprachbehinderte des Landkreises. In allen sechs Klassen lägen die Schülerzahlen an der Obergrenze. Ziel der Durchgangsschule sei die möglichst schnelle Rückführung an die allgemeinen Schulen. Mit 13 Lehrern und vier Lesepaten sah die Rektorin eine gute Lehrerversorgung gegeben. Für das Angebot der Ganztagsbetreuung seien sechs Lehrer tätig. Als Neuerung nannte Ester Lang den jahrgangsgemischten Unterricht in Klasse drei und vier. Dadurch sei die Förderung unterschiedlich begabter Kinder besser möglich.

Über die Aufgaben in der Frühforderung und die Arbeit mit dem Sprachheilkindergarten gab Konrektorin Nadja Grameth Auskunft. An der Schule seien eine Beratungsstelle für Frühförderung und ein sonderpädagogischer Dienst integriert, die 63 Kindergartenkinder beziehungsweise 23 Schüler betreuten.

Die Nachbarschafts-Werkrealschule inklusive Grundschule in Schopfloch besuchen laut Rektor Hans Schmidt 217 Schüler. 39 kommen aus Glatten. Ausführlich stellte Konrektor Tobias Hörnlen das von ihm erarbeitete Konzept für die beantragte Gemeinschaftsschule vor. An der Schopflocher Ganztagsschule sei bereits vieles vorhanden, was für eine Gemeinschaftsschule erforderlich ist, so Hörnlen. Im Moment sei er guter Hoffnung, dass Schopfloch den Zuschlag für die Gemeinschaftsschule bekomme, sagte Hans Schmidt. Voraussichtlich entscheidend seien die Schülerzahlen. Als neuen Aspekt sah er, dass der Sulzer Teilort Dürrenmettstetten bisher nicht in die Überlegungen einbezogen worden sei. Die Kinder gingen bisher nach Empfingen – Schopfloch sei aber besser erreichbar.

Gemeinderat Walter Glunk befürwortete das vorgestellte Konzept, sah aber, wie schon in Schopfloch angemahnt, bauliche Investitionen kritisch, wenn geeignete Räumlichkeiten in Waldachtal zur Verfügung stünden.

Bürgermeister Pfeifer sieht die Einrichtung der Gemeinschaftsschule als den politisch richtigen Weg. Das vorgestellte Konzept überzeuge. Er bedauerte, dass das angestrebte Ziel einer Lösung auf Ebene des Gemeindeverwaltungsverbands nicht erreicht wurde. Seiner Ansicht nach seien aber auch zwei Gemeinschaftsschulen im Verbandsgebiet möglich. Dabei hält Pfeifer eine gemeinsame Lösung für Waldachtal, Glatten und Schopfloch für denkbar.