Glatten - Die Gemeinde Glatten feilt an ihrer Zukunft – das Gemeindeentwicklungskonzept 2025 soll der Leitfaden für die nächsten Jahre werden. Dabei sind am heutigen Freitag und am morgigen Samstag auch die Bürger gefragt.

"Jedes Unternehmen sollte sich strategisch ausrichten, und auch eine Gemeinde sollte das tun", ist Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer überzeugt. Schon nach seiner ersten Wahl vor zehn Jahren sei auf Grundlage von Ideen von Bürgern und aus dem Gemeinderat eine Prioritätenliste erstellt worden. Diese habe rund 100 Punkte gehabt. "Wir waren fleißig", stellt Pfeifer im Gespräch mit unserer Zeitung fest. Die Liste, die vom Schulkonzept bis zum Schwimmbad reichte, sei inzwischen abgearbeitet. Diese Prioritätenliste habe sich bewährt, alle Beteiligten hätten konstruktiv an einem Strang gezogen. "Deshalb habe ich bei meiner Wiederwahl gesagt, dass wir so weitermachen", sagt Pfeifer. Das Entwicklungsprogramm soll eine Art Leitfaden für die Arbeit der Verwaltung und des Gemeinderats sein. Pfeifer sieht auch den demografischen Wandel als Anlass zum Handeln: "Darauf muss man reagieren, wir haben in Glatten zum Beispiel kein Seniorenheim."

Dazu komme, dass die Landesregierung die Bürgerbeteiligung einfordere: Ein Gemeindeentwicklungskonzept sei zum Beispiel Grundvoraussetzung, um Zuschüsse aus dem Landessanierungsprogramm zu erhalten. Wichtig ist für Pfeifer aber auch, dass Gemeinderat und Verwaltung durch die Bürgerbeteiligung eine Rückkopplung zu den Einwohnern der Gemeinde bekommen. So könne sich die Politik am Willen der Bürger orientieren. Dazu komme, dass es viele Themenfelder gebe, die ohne die Bürger gar nicht angegangen werden könnten – zum Beispiel die Vereinsentwicklung. Um die Ziele für die kommenden Jahre im Gemeindeentwicklungskonzept 2025 festzulegen, haben sich Gemeindeverwaltung und Gemeinderat mit der Kommunalentwicklung GmbH (KE) diesmal Fachleute mit ins Boot geholt. Nach einer Klausurtagung im April hat der Gemeinderat in Zusammenarbeit mit der KE bereits eine Stärken-Schwächen-Analyse und Themenschwerpunkte erarbeitet, die in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung im Juli vorgestellt worden waren (wir berichteten).

Es gehe darum, die Schwächen zu erkennen und daran zu arbeiten, stellt Pfeifer fest. So sei zum Beispiel festgestellt worden, dass Glatten kein Angebot für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren hat, zurzeit sei man auf dem besten Wege, das zu ändern.

Die Themen, um die es geht, sind vielfältig. Sie reichen von Schulen, Jugend und Tourismus über die Landschaftspflege und Gesundheit bis zur Mobilität und zur technischen Infrastruktur. Aber auch die Kooperation der Vereine untereinander sei ein Thema, das man zum Beispiel angehen könne. Leider, so Pfeifer, sei der Rücklauf sowohl zur Frageserie als auch bei den Anmeldungen zur Bürgerbeteiligung bisher spärlich. Alle, die sich für die künftige Entwicklung ihrer Gemeinde interessieren, seien eingeladen, heute und morgen an der Entwicklung des Konzepts mitzuwirken, auch ohne Anmeldung. Denn das Ergebnis der Bürgerbeteiligung solle im Interesse jedes einzelnen Mitbürgers repräsentativ sein.

Am heutigen Freitag ab 19.30 Uhr führt die Gemeindeverwaltung im Sitzungssaal des Rathauses Glatten in die Themen ein. Außerdem soll diskutiert werden. Am morgigen Samstag haben die Bürger die Möglichkeit, ihre Ideen, Wünsche und Anregungen von 9 bis 16 Uhr im Rathaus (Sitzungssaal und Foyer) in Workshops einzubringen.

Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung sollen dann von der Kommunalentwicklung zusammengefasst werden und schließlich im Gemeindeentwicklungskonzept münden.