Glatten Jetzt sind die Bürger am Zug
Uwe Ade, 05.07.2012 06:58 Uhr
Ziele und Schwerpunkte für eine lebenswerte Gemeinde sollen im "Gemeindeentwicklungskonzept 2025 der Gemeinde Glatten" festgelegt werden. Nach einer Klausurtagung von Gemeinderat und Verwaltung sind nun die Bürger aufgerufen, sich zu beteiligen.Foto: Ade
Glatten - Welche Entwicklung soll die Gemeinde Glatten in den nächsten Jahren nehmen? Mit diesem Thema hatten sich Gemeinderat und Verwaltung bei einer Klausurtagung beschäftigt. Das Ergebnis legte Bertram Roth von der Kommunalentwicklung (KE) Stuttgart dem Gremium in der jüngsten Sitzung vor.Dem Entwurf als Grundlage für das weitere Vorgehen stimmte der Gemeinderat wie vorgelegt zu. Der Bericht soll die Grundlage für die Diskussion mit der Bevölkerung sein. Diese wird im nächsten Schritt in das Entwicklungskonzept 2025 der Gemeinde einbezogen. "Da wird es dann interessant, wenn auch die Bürger dabei sind und Schwerpunktthemen feststehen", so Bertram Roth.
"Ein Strauß von Themen"
Voraussichtlich im Oktober oder November soll eine Bürgerversammlung mit Vorstellung der bisherigen Schwerpunktthemen und der Ergebnisse der Klausurtagung in der Glattalhalle stattfinden. Dabei sollen Arbeitsgruppen mit der Bevölkerung gebildet werden, die sich samstags in Planungswerkstätten mit den festzulegenden Schwerpunkten auseinandersetzen. Derzeitige Themen für die Werkstätten sind Demografie, Innenentwicklung/Wohnungsbauentwicklung sowie Klimaschutz/Energiewende. Eine Ortsumfahrung, Tempo 40 im Ortskern oder eine weitere Mehrzweckhalle könnten weitere Themen sein. "Ich bin gespannt, was uns die Bevölkerung bringt" sieht Gemeinderat Ulrich Rath deren Einbindung mit Interesse entgegen. Das voraussichtlich bis Ende des Jahres fertiggestellte Konzept bilde den roten Faden für eine gedeihliche Gemeindeentwicklung, so Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer.
Laut Bertram Roth wurde bei der zweitägigen Klausurtagung als Zeithorizont für das Konzept das Jahr 2025 gewählt. Die Gemeindeentwicklungsplanung soll einen Leitfaden als informellen und doch verlässlichen Orientierungsrahmen für Gemeinderat, Verwaltung und Bürger geben.
"Ein Strauß von Themen, die in den beiden Tagen beackert wurden", stellte Roth fest. Schwerpunkte seien die Themen Wohnen, Gewerbe, Einzelhandel, Infrastruktur, ökölogische Entwicklung und Energiewende gewesen. Ein Punkt ist der demografische Wandel. Dabei wurde festgestellt, dass Glatten "ziemlich jung" ist. So ist laut Roth davon auszugehen, dass die Einwohnerzahl stabil bleibt oder sogar leicht steigt.
Stärke der Jugendarbeit durch die Vereine
Wichtig war dem Gemeinderat in der Klausurtagung, dass Glatten eine lebenswerte Gemeinde mit hoher Wohnqualität und guter Ausstattung an Infrastruktur bleibt. Dazu gehören als Ziele auch der Erhalt von Grund- und Sprachheilschule sowie die Weiterentwicklung der Schullandschaft im Nachbarschaftsverbund.
Ein weiterer Punkt ist die Stabilisierung des Kindergartens, bei dem die Angebote noch ausbaufähig seien. Als weitere Ziele sind die Stärkung der Jugendarbeit durch die Vereine und der Ausbau des Sport- und Freizeitangebots im Konzept festgehalten.
Mit Blick auf die ältere Generation soll die Gemeinde seniorengerecht barrierefrei werden. Um ältere Menschen in der Gemeinde zu halten, soll es entsprechende Angebote geben. Als gute Ausgangssituation bezeichnete Roth die Grundversorgung in Glatten, die es wie die positive gewerbliche Entwicklung zu erhalten gelte. Über eine aktive Bestandspflege sollen Gewerbeflächen für die örtliche Wirtschaft gesichert werden.
Im Bereich Wohnen sind in Glatten und den Ortsteilen günstige Bauplätze verfügbar, so dass der Wohnungsbedarf bei Einfamilienhäusern abgedeckt werden kann. Bei den Schwächen sind fehlende Miet- und Eigentumswohnungen und zunehmende Leerstände vermerkt.
Ein energieautarkes Glatten und die Sensibilisierung der Bevölkerung sind Ziele im Bereich Klimaschutz/Energiewende. Erneuerbare Energien sollen ausgebaut und die Kulturlandschaft erhalten bleiben. Pilotprojekte wie die Nahwärmeversorgung Böffingen über die vorhandene Biogasanlage auf dem Ahornhof sollen vorangebracht oder umgesetzt werden.
Das Naturerlebnisbad, die Lage im Naturpark und gute Gastronomie gehören zu den Stärken im Bereich Tourismus, Freizeit und Gesundheit. Hier gilt es laut den Diskussionen, Potenziale zu nutzen.



