Von Uwe Ade

Glatten. "Ich denke, dass wir wirklich eine Vorzeigekommune geschaffen haben – wir können auf eine sehr erfolgreiche Sanierung zurückblicken", stellte Glattens Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer mit Blick auf die Sanierung der Ortsmitte Glatten fest.

Den Abschlussbericht des Landessanierungsprogramms Ortsmitte Glatten legte Sanierungsbeauftragter Thomas Thiele dem Gemeinderat in dessen jüngster Sitzung vor. Das Gremium vergab an Thiele vom Architekturbüro Hoffmann und Thiele, Freiburg, im Anschluss den Auftrag für die vorbereitende Untersuchung zur Aufnahme der Ortsteile Böffingen und Neuneck ins Landessanierungsprogramm als Folgeantrag.

Viel hat sich im Erscheinungsbild Glattens durch das Landessanierungsprogramm in den vergangenen Jahren getan. 2003 wurde Glatten ins Fördergramm aufgenommen, im April 2004 war der Startschuss. Der zweimal aufgestockte Förderrahmen lag bei knapp 3,4 Millionen Euro, wobei der Gemeindeanteil 40 Prozent (1,4 Millionen Euro) und die Landesfinanzhilfe 60 Prozent (zwei Millionen Euro) beträgt. Nach Abschluss erreichten die zuwendungsfähigen Gesamtausgaben mit drei Millionen Euro nicht ganz den anerkannten Förderrahmen, sodass ein Bewilligungsrest übrig bleibt. Das Programm lief bereits Ende 2011 aus. Dieses Jahr wurden die nicht abrechnungsfähigen Maßnahmen beendet.

"Es ist ein Erfolgsprogramm", sagte Thomas Thiele mit Blick auf die Vielzahl der dadurch ins Laufen gekommenen Maßnahmen im privaten wie im kommunalen Bereich. Von den Fördermitteln verbleibt ein Bewilligungsrest von 231 883 Euro, der in den Antrag für die Ortsteile Böffingen und Neuneck als Anschubfinanzierung übertragen werden soll. Gefördert wurden im privaten Bereich 32 Modernisierungsmaßnahmen mit insgesamt 546 000 Euro bei einer Bausumme von knapp 2,5 Millionen Euro. Dazu kommen 13 private Ordnungsmaßnahmen (Abbrüche von Gebäuden) mit einer Fördersumme von 220 000 Euro.

Dem stehen im kommunalen Bereich Erschließungsmaßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur von 1,4 Millionen Euro (46 Prozent) gegenüber. Umfangreiche Baumaßnahmen gab es auf kommunaler Seite vor allem mit Straßensanierungen. Größte Projekte waren dabei die Neugestaltung der Schappachstraße mit knapp 600 000 Euro und die Umgestaltung der Bachstraße mit 205 500 Euro. Ausbau, Neu- und Umgestaltungen zahlreicher anderer Straßen wurden im Zuge des Landessanierungsprogramms weiterhin vorgenommen und gefördert. Ebenso in den Genuss der Förderprogramms kamen der Abriss des alten Rathauses oder die Schulhausmodernisierung.

"In der Summe können wir auf eine sehr erfolgreiche Sanierung zurückblicken. Ich habe durchaus Lust, nochmals zehn Jahre zu sanieren – die Ortsteile haben es bitter nötig", sagte Bürgermeister Pfeifer mit Blick auf den Anschlussantrag für Böffingen und Neuneck. Er hofft nun auf eine positive Aussage des Ministeriums und eine Aufnahme der Ortsteile im Landessanierungsprogramm 2013.