Von Uwe Ade Glatten. Betreutes Wohnen, Mehrgenerationenmodelle, mehr Angebote für Jugendliche, gute Internetverbindungen sowie Rad- und Fußwege oder Attraktivität der Ortsmitte waren einige der Themen, mit denen sich die Bürger-Arbeitsgruppen des Gemeindeentwicklungskonzepts in Glatten befassten.Reges Interesse zeigten zahlreiche Glattener Bürger an ihrem Wohnort und dessen Zukunft und beteiligten sich am Gemeindeentwicklungskonzept 2025. Bereits am Freitag kamen zur Bürgerversammlung rund 50 Personen. Am Samstag brachten sich 32 Teilnehmer, aufgeteilt in zwei Workshops, mit Ideen und Vorschlägen zur Zukunft Glattens mit ein.

Bürgermeister Pfeiferfreut sich übergroße Beteiligung

Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer freute die Bürgerbeteiligung und das damit gezeigte Interesse an der Entwicklung von Glatten, Böffingen und Neuneck. "Sie haben jetzt sehr viel geleistet für ihre Gemeinde, für ihre Heimat", dankte Pfeifer für das Engagement. Wichtig ist das derzeit entstehende Gemeindeentwicklungskonzept zudem, da es Voraussetzung ist, um Zuschüsse aus dem Landessanierungsprogramm zu erhalten.

Als Grundlage vorausgegangen war der Bürgerbeteiligung eine Klausurtagung von Gemeinderat und Verwaltung. Viele Parallelen zu den Themenfeldern des Gemeinderats sahen der Schultes sowie Bertram Roth und Jürgen Mühlbacher von der beauftragten LBBW Immobilien Kommunalentwicklung (KE) GmBH Stuttgart. Roth und Mühlbacher moderierten die beiden Planungswerkstätten, in die jetzt Bürger eingebunden waren. Der Entwurf eines Gemeindeentwicklungskonzepts für die Gemeinde Glatten wird von der KE Stuttgart nun zusammengestellt und bei einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt.

Themen der Planungswerkstätten waren zum einen Vereine und Freizeit, Bildung, Wir-Gefühl, Senioren und Soziales, und für den zweiten Workshop standen als Schwerpunkte Innenentwicklung/Ortskerne, Verkehr, Gewerbe- und Einzelhandel, Energie und Klimaschutz an. "Gute, lebendige Atmosphäre und konstruktive Zusammenarbeit" bestätigte Roth den Teilnehmern der Workshops.

Die erarbeiteten Ergebnisse der beiden Arbeitsgruppen stellten Martin Helbling und Horst Buckenberger zum Abschluss vor. "Heute ist der Anfang gemacht, jetzt liegt es an uns, den Ball in Bewegung zu halten", so Martin Helbling zu den vielfältigen Ideen und Vorschlägen. Dabei ging es unter anderem um den Erhalt der Grund- und Sprachheilschule, die Ärzteversorgung sowie die Vielfalt der Betreuungsangeboten für Kinder. Mit Blick darauf, dass sich Glatten weiter zu einer seniorengerechten Gemeinde entwickelt, sollen für Senioren weitere Angebote geschaffen werden. Vereine wollen, dass die Gemeinde bei anstehenden Sanierungsmaßnahmen mitwirkt.

Im Bereich Energie und Klimaschutz wurde der Ausbau der erneuerbaren Energien diskutiert. Wasserkraft, die bereits vorhandene Biogasanlage in Böffingen und eine mögliche Ergänzung durch eine Holzhackschnitzelanlage für eine Nahwärmeversorgung waren ebenso Themen wie ein eventuelles interkommunales Gewerbegebiet, ein Abenteuerspielplatz für ältere Kinder sowie als großer Punkt die Erhöhung der Attraktivität der Glattener Ortsmitte.

Beim Straßenzustand gebe es die größten Missstände in erster Linie in Neuneck, aber auch in Böffingen. Ebenso sollten Böffingen und Neuneck verkehrstechnisch besser an Glatten angebunden werden. Auch hinterfragte eine Arbeitsgruppe, wieso in den vergangenen Jahrzehnten trotz einer Verdoppelung der Arbeitsplatzzahl in Glatten die Einwohnerzahl zurückgegangen ist.

Die Themen und Rückschlüsse der Bürgerbeteiligung werden als letzter Schritt in den Entwurf des Gemeindentwicklungskonzepts 2025 Glatten, das bei einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt wird, mit einfließen. Die Gemeindeentwicklungsplanung soll für die kommenden Jahre ein Leitfaden und Orientierungsrahmen für Gemeinderat, Verwaltung und Bürger sein.