Gengenbach - Am Gengenbacher Ziegelwaldsee leben etwa 100 verwilderte Katzen, deren Population jetzt mit einer groß angelegten Kastrations-Aktion eingedämmt werden soll. »Wenn wir nicht handeln, haben wir im Frühjahr wieder eine unüberschaubare Zahl an Jungtieren«, ist sich Andreas Stahn sicher.

Der Vorsitzende des Gengenbacher Tierschutzvereins »Danke Mensch« weiß, wovon er spricht. Seit vier Jahren engagiert er sich mit seinen Helfern ehrenamtlich für Tiere in Not. Denn nur so sei gewährleistet, dass Spenden aus der Bevölkerung komplett den Tieren zugute kommen.

Um überhaupt einen annähernd realistischen Überblick über die ausgewilderten Katzen zu bekommen, unterhält der Tierschutzverein drei feste Futterstellen. »Die Leute kennen die Tiere und können einschätzen, welche zu dem Katzennest gehören«, erklärt Stahn. Vom Füttern »auf eigene Faust« rät er dringend ab, weil somit eine Kontrolle der Katzen nicht mehr möglich wäre.

Vor zwei Jahren wurde mit der Kastration der ersten Tiere begonnen. Die Kosten für den Eingriff und eine Tätowierung mit entsprechender Registrierung liegen bei etwa 100 Euro pro Tier, »deshalb sind wir dringend auf Spenden angewiesen.« Dabei wären Futterspenden ebenso willkommen wie finanzielle Hilfen, für die auch Spendenbescheinigungen ausgestellt würden. Es bestehe zwar ein Fundtiervertrag mit der Stadt Gengenbach, aber die Anzahl der Tiere sei enorm.

»Wir haben auch schon einige Fälle von ›FIV‹, dem eigentlichen Katzen-Aids festgestellt.« Die Übertragung erfolge über das Blut auf andere Katzen, was dann mitunter auch Hauskatzen betreffe. Hier fürchtet Stahn eine Ausweitung, wenn nicht gehandelt werde. »Jeder Helfer ist willkommen, jede Spende wird angenommen«, versichert der Vorsitzende. Die Tiere werden nach der Kastration wieder am Ziegelwaldsee ausgewildert. »An eine Vermittlung ist nicht zu denken.«

Weitere Informationen:

Andreas Stahn, Telefon 07832 / 7009573, oder im Internet unter www.danke-mensch.de