Geislingen Tödlicher Unfall: Sicherheitsmängel am Wagen?

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Von diesem Wagen ist die 32-jährige Frau am Sonntagnachmittag gestürzt und tödlich verunglückt. Foto: Robert Huger

Geislingen-Binsdorf - Polizei und Staatsanwaltschaft untersuchen weiter den Tod der 32-jährigen Frau, die am Sonntagnachmittag in Binsdorf von einem Fasnetswagen gestürzt ist. Der Anhänger des Umzugswagens, der zu einem Schiff umgebaut worden war und von einem Traktor gezogen wurde, solle inspiziert werden. Es stehe der Verdacht der fahrlässigen Tötung im Raum, hieß es von der Staatsanwaltschaft.

Die Frau war nach dem Binsdorfer Umzug gegen 16.20 Uhr in der Erlaheimer Straße von dem fahrenden Wagen gestürzt und von dem Anhänger überrollt worden. Bei dem Anhänger handelt es sich laut unseren Informationen um die "Black Pearl" der Hainburgpiraten Grosselfingen, er soll nun von einem Sachverständigen inspiziert werden. Dabei prüfe der Experte unter anderem, ob der Wagen den geltenden Vorschriften der Behörden im Kreis entsprach.

"Binsdorf hat explizit sauber gearbeitet", versichert  Walter Sieber, Ringpräsident des Narrenfreundschaftsrings Zollernalb. Alle Vorgaben für einen sicheren Umzug seien von Binsdorfer Seite erfüllt gewesen. Unfälle wie dieser würden ein schlechtes Licht auf die ganze Fasnet werfen. Doch betrachte man die große Menge an Umzügen und Hästrägern, handle es sich dennoch um Einzelfälle.

Musikgruppe hat Wagen aus Spaß geentert

"Wir sind schockiert", sagt Bernd Ziemann, Mitglied der Grosselfinger Hainburgpiraten. "Der Fasching ist beendet." Der zum Schiff umgebaute Anhänger werde derzeit beim TÜV untersucht. Doch Ziemann ist sicher: "Was das Material angeht, ist er stabil gebaut." Die Bordwand sei aber nicht dafür ausgelegt, tonnenweise Druck auszuhalten. Die Musikgruppe, die das Schiff aus Spaß enterte, habe sich kreuz und quer hineingedrückt. Es seien einfach zu viele Menschen auf dem Umzugswagen gewesen.

Von Fahrlässigkeit kann jedoch laut Ziemann keine Rede sein. "Es ist infolge der Eigendynamik der Massen erskaliert", umschreibt er das tragische Unglück. Er beteuert zudem, dass innerhalb seiner Gruppe kein Alkohol im Spiel gewesen ist.

Die Mitglieder der Hainburgpiraten besprechen derweil das weitere Vorgehen. "Wir können nur nach vorne gehen und unsere Anteilnahme bezugen", so Ziemann. Es gelte aus solchen Unglücken zu lernen und sie für die Zukunft abzuschaffen.

Binsdorf hat derweil alle weiteren Fasnet-Veranstaltungen in diesem Jahr abgesagt. Die Ortschaften Geislingen, Binsdorf und Erlaheim denken über das weitere Vorgehen nach. Erst an Silvester war ein junger Binsdorfer tödlich verunglückt.

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