Geislingen Feilen, fräsen, bohren – das macht Spaß

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Passt, und beide strahlen um die Wette: Ausbildungsleiter Holger Wössner prüft die Abschlussarbeit von Maria Schlaich. Foto: Ungureanu Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Gert Ungureanu

Balingen/Geislingen. Modellbauer, Zerspanungsmechaniker – warum eigentlich nicht? Im Gegensatz zu vielen Mädchen, die heute in Männerberufe hineinschnuppern, hat Maria Schlaich für ihre Entscheidung keinen Girls Day gebraucht. Die 22-jährige Geislingerin hat fleißig Bewerbungen geschrieben und hofft auf einen Ausbildungsplatz in einem Metall-Beruf.

Vor ein paar Monaten wäre es für sie noch undenkbar gewesen, gesteht die junge Frau. "Ich hatte Angst, mir die Finger schmutzig zu machen. Ich dachte, das ist nichts für eine Frau." Schuld an dem Umdenken waren zwei Leute – Martina Schnabel, Vermittlerin bei der Agentur für Arbeit, und Holger Wössner, Ausbilder für den Bereich Metall bei der BBQ.

Vielleicht habe die Tatsache, dass ihr Papa und ihr Freund in dem Bereich arbeiten, ihr die Entscheidung leichter gemacht, sagt die junge Frau. Bis zu diesem Punkt sei es "nicht so prickelnd" gelaufen, gesteht sie. Der Hauptschulabschluss war nicht besonders gut, sie hängte ein Berufsvorbereitungsjahr dran. Danach beschloss sie, den Realschulabschluss zu machen, schaffte die Mittlere Reife. Danach war sie unschlüssig, entschied sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr in Mariaberg und für eine Ausbildung zur Pflegerin. "Nach zwei Jahren konnte ich nicht weitermachen, ich hatte wegen einer Knieverletzung viele Fehlstunden angesammelt, beschloss, die Schule abzubrechen", erzählt sie. Im November 2012 meldete sie sich arbeitslos. Schließlich nahm sie auf Vermittlung der Arbeitsagentur an einer Info-Veranstaltung der BBQ Berufliche Bildung gGmbH teil – und entschied sich für eine zwölfwöchige Teilqualifikation in den Bereichen Kauf/Handel sowie Metall. Die Maßnahme erfolge ausschließlich auf Empfehlung der Arbeitsagentur und werde von der Agentur auch finanziert, erklärt Martina Schnabel. Maria Schlaich habe sich zunächst für eine Arbeit im Verkauf, "einen Büro-Job", interessiert: "Aber ich habe gemerkt, dass sie auch eine Neigung für den technischen, praktischen Bereich hat." Es sei keine Ausbildung, eher eine Übergangsmaßnahme zum Kennenlernen, fügt BBQ-Bereichsleiterin Verena Barth hinzu, die das Projekt koordiniert. Das Projekt komme gut an, es habe sich gezeigt, dass am Ende mehr als die Hälfte der Teilnehmer in Ausbildung oder Arbeit vermittelt werden.

Es passte. "Ich war anfangs nicht so begeistert, ich dachte, ich würde total versagen, aber dann habe ich gesehen, dass es ganz gut kann", sagt Maria Schlaich. Ausbilder Holger Wössner hatte die Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt – die, die bereits Erfahrung mit Metall hatten, und die blutigen Anfänger, "die von Null herangeführt werden müssen". Hier sei Maria Schlaich "mit die Beste" gewesen. Sie ist nicht die einzige Frau in der Werkstatt: Unter den 20 Kursteilnehmern sind fünf junge Frauen. Am Ende gibt es eine Abschlussprüfung und ein Zeugnis. Ziel sei es, alle in Arbeit oder Ausbildung zu vermitteln, bestätigt Rolf Gehring von der Agentur für Arbeit.

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