Von Wolf-Ulrich Schnurr

Geislingen-Binsdorf. Erwin Schluck ist beim Männergesangverein Binsdorf (MGV) der Mann hinter den Kulissen: Als Cheforganisator und "heimlicher Helfer" ist er für seinen Verein unersetzlich.

Schluck steht ungern im Mittelpunkt, wie er unumwunden zugibt: "Ich möchte nicht im Rampenlicht sein, das ist mir nicht gegeben." Im MGV habe sich deshalb eine Arbeitsteilung zwischen den beiden Vorsitzenden eingespielt: Andreas Beuter ist für die Vereinsführung und öffentliche Repräsentation zuständig; sein Stellvertreter Erwin Schluck kümmert sich vor allem um organisatorische Dinge. Er hält die Kontakte zu befreundeten Vereinen und koordiniert die Termine. Vor allem aber ist er für die Planung und Vorbereitung aller Feste des MGV verantwortlich: "Getränke organisieren, bestuhlen, Arbeitspläne erstellen und so weiter – so habe ich das von meinem Vorgänger Anton Eyth übernommen", sagt er.

Regelmäßige Feste, beispielsweise die Urlaubshockete, sind für den traditionsreichen Männergesangverein unverzichtbar. Denn über diese nimmt man das für den laufenden Betrieb benötigte Geld ein, für Noten, Raummiete und Dirigentenhonorar beispielsweise. "Ich mache eigentlich gar nichts alleine", sagt Schluck bescheiden, und: "Der Verein sind wir alle gemeinsam." Jedes Mitglied habe darin seine Aufgabe. "Wenn’s nachher funktioniert, ist das auch ein Erfolg für alle zusammen. Einer allein schafft das ja gar nicht." Die Kunst sei vielmehr, die anfallende Arbeit auf viele Schultern zu verteilen – "damit es auch klappt, wenn man selbst auf der Bühne steht".

Das gelinge durch die gute Zusammenarbeit mit anderen Vereinen, insbesondere der Stadtkapelle Binsdorf und der Theatergruppe "Unter Geiern". Jene packen bei MGV-Veranstaltungen mit an – und umgekehrt.

Wie viele Stunden er selbst für seinen Verein einsetzt, kann Erwin Schluck nicht genau sagen. Vor Festen sei es natürlich mehr, aber unterm Jahr laufe das so nebenher. "Aber es hat mich noch keine Stunde gereut", sagt Schluck. Die Kameradschaft, gemeinsame Erlebnisse und große Auftritte seien die Arbeit wert. Gastspiele in anderen Orten und bei befreundeten Vereinen findet er allerdings noch besser als die großen Chorkonzerte in der Binsdorf-Erlaheimer Festhalle: "Weil man da nicht soviel selbst organisieren muss", sagt er verschmitzt. Doch vor Arbeit hat er sich nie gedrückt: "Ich bin der Erste, der bei einem Fest vor Ort ist, und der Letzte, der heimgeht".

Am 19. November 1981 ist Schluck, Jahrgang 1955, in den MGV eingetreten: "Ich bin als Sänger ein Späteinsteiger", sagt der gebürtige Binsdorfer deswegen. Auf einem Fest haben ihn die Sängerkameraden förmlich überredet. Vorher hatte er gar nicht gesungen, sondern kam als „"lustiger Anfänger" hinzu. Die Entscheidung zum Beitritt habe er nie bereut: Die Mischung aus älteren und jüngeren Sängern stimmte, das Miteinander habe von Anfang an geklappt. Schluck singt beim MGV im zweiten Bassregister. Auf ein persönliches Lieblingslied will er sich nicht festlegen. Ihm gefällt vielmehr, dass der MGV ein breitgefächertes Repertoire hat, auch mit modernen Stücken, etwa von Hubert von Goisern und englischen Liedern: "Das ist ein ganz anderes Gefühl, wenn man den Text richtig versteht und mitsingen kann", findet er. Doch letztlich entscheide ja der Dirigent, was man singe – die Stücke müssten auch zueinander passen. "Deswegen sind wir ja ein Chor."

In seine heutigen Aufgaben ist er über die Jahre hinweg allmählich hineingewachsen: Von 1990 bis 1995 gehörte er dem Sängerausschuss an, stellvertretender Vorsitzender ist er seit dem 25. Januar 1995. Im zuende gehenden Jubiläumsjahr anlässlich des 150-jährigen Bestehens des MGV hat er nicht zuletzt das Jubiläumsfest im März vorbereitet. Und auch für das am 20. Oktober zum Abschluss der Feiern geplante Konzert mit der Stadtkapelle hatte er alles in die Wege geleitet: "Die Getränke waren schon bestellt, die Helfer standen bereit", sagt Schluck. Dass der Termin dann wegen einer Erkrankung des Dirigenten Josef Hutt abgesagt werden musste, war bedauerlich. Das ausgefallene Jubiläumskonzert soll nun am 10. März 2013 nachgeholt werden. Und organisiert wird es von wem? Genau, Natürlich: von Erwin Schluck.