Geislingen "Engel" steht vor Wiedereröffnung

Wolf-Ulrich Schnurr, 22.05.2012 09:00 Uhr

Geislingen-Erlaheim - Vier Jahre lang gab es in Erlaheim lediglich das Sportheim als Einkehrmöglichkeit. Doch Ende Juli eröffnet die Traditionsgaststätte Engel wieder. Der Tod des Engel-Wirts Toni Ott hat 2008 eine Lücke im gastronomischen Angebot hinterlassen. Diese wird im Sommer geschlossen.

Auch der Stammtisch soll wieder dort stehen, wo er früher war, verspricht Sabine Preuhs. "Das braucht man in einem Ort wie Erlaheim." Sie und ihr Mann Helmut haben den Engel 2009 erworben und seit 2010 umgebaut.

Für Sabine Preuhs war von Anfang an klar, dass das Gasthaus auch nach dem Tod ihres Onkels Toni weiter betrieben werden sollte. Nicht zuletzt weil der Engel für sie ein Stück Familiengeschichte ist: In der Wohnung über der Gaststube ist ihre Mutter Meta Brobeil groß geworden und hat als junge Frau in der Wirtschaft mitgeholfen.

Zwei Jahre lang hat das Ehepaar Preuhs am Umbau gearbeitet, vieles selbst gemacht. Weil sie in dieser Zeit daneben aber auch den Punkt-Markt in Binsdorf stemmten und sich um das eigene Unternehmen kümmerten, bedurfte es eines zündenden Funkens, um die Wiedereröffnung des "Engels" voranzutreiben. Dieser Funke hieß Manuela Hocke. Bislang betreibt die Gastronomin den Landgasthof Untere Mühle in Straßberg. Dort lernte Helmut Preuhs sie kennen und gewann die 42-Jährige als Pächterin für den "Engel". "Das hat alles gepasst", freut sich Sabine Preuhs, "da mussten wir endlich was machen", und man habe sich einen Termin gesetzt. Am 28. und 29. Juli soll nun die Einweihung mit zwei Tagen der offenen Tür stattfinden. Dann wird aus dem Gast- ein Landhaus – "diese Bezeichnung finde ich einfach schöner", sagt Manuela Hocke.

Doch nicht nur der Name wird neu sein, wenn die ersten Gäste in den wiedereröffneten "Engel" kommen: Mehrere Wände wurden entfernt, um das ehemalige Hinterzimmer an den Gastraum anzubinden und Platz für eine zweite Theke sowie 100 Gäste zu schaffen; die Küche wurde unter fachkundiger Anleitung der künftigen Pächterin komplett erneuert; ein Durchbruch ermöglicht den Zugang zum hinteren Teil des Grundstücks – dort soll ein Biergarten gebaut werden. Noch umfangreicher fiel der Umbau der rechten Gebäudehälfte aus, in der sich früher die Scheune befand: Das Fachwerk des 1896 errichteten Hauses liegt nun im Inneren frei. Darin führt das zentrale Treppenhaus hinauf zu den insgesamt acht Gästezimmern mit 15 Übernachtungsbetten.

Dass es im Engel vorangeht, ist für die Einheimischen bereits von der Straße aus gut zu sehen. "Wann geht's los?", werde sie von allen Seiten angesprochen, berichtet Sabine Preuhs. Die Erlaheimer könnten anscheinend kaum erwarten, dass es wieder eine Gaststätte im Ortskern gibt.

 
 
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