
Von Wolf-Ulrich Schnurr
Geislingen. Leicht rückläufig ist die Einwohnerzahl Geislingens nach den aktuellen Zahlen des statistischen Landesamts: 5963 Menschen lebten bei der jüngsten Erhebung in der Sonnenstadt. Das sind 24 weniger als im Vorjahr.
Bürgermeister Oliver Schmid gibt dessen ungeachtet ein Ziel vor, auf das er mit dem Gemeinderat hinarbeiten will: "Ein leichter Zuwachs oder die Zahl wenigstens stabil halten."
Zwar bestehe eine große Nachfrage nach städtischen Bauplätzen, doch das Problem dabei sei, dass die Stadt kaum noch Möglichkeiten habe, weiter in die Fläche zu wachsen. "Der Regionalplan schränkt uns da ein", sagt Schmid. Deshalb soll verstärkt die auch von der Landesregierung angestrebte städtische Nachverdichtung und Innenentwicklung vorangetrieben werden.
Im ländlichen Raum ist das angesichts der traditionell großen Grundstücke nicht ganz einfach. Deshalb sollen die Bürger in die Planungen einbezogen werden, um Sorgen auszuräumen und miteinander eine Lösung zu finden. Im Stadtteil Erlaheim soll dies im Bereich Sommerau erprobt werden. Schmid erwartet einen "zeitaufwändigen Kommunikationsprozess". Doch der soll nicht ohne Nutzen bleiben: Was in Erlaheim Erfolg zeitigt, könnte auch in anderen Stadtteilen umgesetzt werden.
Einen schmerzhaften Rückgang der Bevölkerungszahl hat Geislingen zuletzt zu verzeichnen gehabt, als die Universitätsstädte eine Zweitwohnsitz-Steuer einführten. Viele aus Geislingen stammende, etwa in Tübingen oder Freiburg Studierende entschlossen sich damals, auch auf dem Papier ihrer Heimatstadt den Rücken zu kehren.