Geislingen - 650.000 Euro – diese Summe stellt die Stadt Geislingen im kommenden Jahr dem katholischen Kindergarten St. Michael zur Verfügung. Wie es diese Zahl schon vermuten lässt, steht ein bauliches Großprojekt auf dem Kindergarten-Plan.

Dem Geislinger Kindergarten St. Michael steht in absehbarer Zeit eine Generalsanierung bevor, die das Gebäude auf modernen Stand bringen und mehr Platz für die vier Gruppen schaffen soll.

Dabei übernimmt die Stadt Geislingen mit 650.000 Euro einen Teil der Baukosten. »Wir wollen dem Kindergarten als verlässlicher Partner zur Seite stehen«, sagt Bürgermeister Oliver Schmid.

Die Katholische Kirche, als Trägerin des Kindergartens auch Bauherrin, steuert den Rest bei; dabei wird es sich wohl um eine weit geringere als die städtische Summe handeln.

»Das Haus stammt aus dem Jahr 1959 und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen«, erläutert Geislingens Stadtbaumeister Anton Fußnegger. »Deshalb ist eine energetische und bauliche Sanierung nötig – Heizungen, Leitungen, Fenster und das Dach müssen gemacht werden.«

Das kann Kirchenpflegerin Mechthild Heicks nur bestätigen: »Das Dach ist über dem Anbau undicht, bei starkem Regen tropft es ins Haus. Und das restliche Dach muss verstärkt werden, weil sich die Schneelastgrenze, die vorgeschriebene Menge an Schnee, die ein Dach tragen kann, in den vergangenen Jahren geändert hat.« Auch einen Blitzschutz müsse man anbringen; bisher gibt es überhaupt keinen.

Es sei zwar immer wieder etwas an dem Gebäude gemacht worden, so Heicks, aber jetzt sei der Zeitpunkt für eine grundlegende Sanierung.

Des Weiteren soll angebaut werden: »Einige Räume erreicht man zur Zeit nur, wenn man durch die anderen durchgeht«, beschreibt Heicks das Problem. »Deshalb wird zur Erschließung ein Flur angebaut.«

Auch eine Umstrukturierung ist dann angedacht: Zusätzliche Kleingruppen-, Ruhe- und Wickelräume sind geplant. »Bisher hat jede der vier Gruppen einen einzigen großen Raum«, erklärt die Kirchenpflegerin. »Es gibt kaum Ausweichräume für Angebote wie Lesestunden oder Therapien, die für weniger Kinder einfach sinnvoller sind.«

Derzeit nutzt der Kindergarten des Öfteren noch Räume im benachbarten unbewohnten Schwesternhaus, doch aufgrund der zeitlichen Begrenzung ist das keine dauerhafte Lösung. Zudem werden die Ruhe- und Wickelräume zwingend nötig, wenn ab September auch einjährige Kinder den Kindergarten besuchen dürfen.

»Wir setzen alles daran, 2013 mit dem Bau beginnen zu können, möglichst noch im Sommer«, versichert Heicks. »Es ist ein großes Projekt mit vielen Beteiligten, aber wir arbeiten mit Hochdruck daran, alles unter Dach und Fach zu bringen.«

Auch die Baumaßnahmen selbst werden aufgrund der Kinder einige Schwierigkeiten bereiten, gibt Heicks zu: Lärm oder Verletzungsgefahr machen den normalen Betrieb dann unmöglich. »Wir werden nach Ausweichsmöglichkeiten suchen und die Kinder zeit- und teilweise in anderen Räumlichkeiten unterbringen, bis die Arbeiten abgeschlossen sind.«