Gechingen - Wenn sich Nachwuchs einstellt, ist die Freude groß. Die ersten Wochen und Monate mit einem Säugling sind eine schöne und aufregende Zeit, die aber auch sehr anstrengend sein kann. Viele Fragen sowie Unsicherheiten können sich bei den Eltern einstellen, und so manche Herausforderung muss gemeistert werden.

Die Gemeinde Gechingen will den Neugeborenen und ihren Eltern mit Familienbesucherin Elisabeth Dürr nun ein Zeichen geben, dass sie in der Gäugemeinde herzlichen willkommen sind. Nach dem positiven Resümee auf die Einführungs- und Erprobungsphase des Projekts der Familienbesucher, das von der Stiftung Kinderland der Landesstiftung Baden-Württemberg 2007 ins Leben gerufen wurde, soll das Aktionsprogramm auf kommunaler Ebene weiter ausgebaut werden. Immer mehr Kommunen bieten daher jungen Familien mit Nachwuchs diese unbürokratische und sehr persönliche Form der Unterstützung, deren Idee es ist, Eltern in ihrem Recht und ihrer Pflicht zur verantwortlichen Erziehung zu unterstützen.

In Gechingen wird sich Elisabeth Dürr, die eine Schulung zur Familienbesucherin beim Landratsamt absolvierte, dieser ehrenamtlichen Aufgabe widmen. "Das passt", sei seine erste Reaktion gewesen, als der Name Elisabeth Dürr für die Aufgabe der Familienbesucherin gefallen sei, so Bürgermeister Jens Häußler. Vom Angebot sei er überzeugt, nicht zuletzt, weil es sich ins familienfreundliche Konzept der Gemeinde einfüge sowie Anregungen aus der Zukunftswerkstatt aufgreife, betonte Häußler und wies darauf hin, dass das Angebot für die Familien freiwillig sei.

Im Gepäck hat Dürr bei ihren Besuchen mehr als ein freundliches Lächeln und einen warmen Händedruck. Zum einen ist da ihre persönliche Erfahrung als fünffache Mutter, die sie gerne teilt. In den Schulungen mit Psychologin Rita Woll vom Fachdienst Erziehungspartnerschaft des Landratsamtes Calw wurden vielfältige Themen behandelt. Darunter psychische und körperliche Entwicklungsphasen von Neugeborenen, was Schreikindern helfen kann und nicht zuletzt welche Anlauf- und Beratungsstellen jungen Familien insbesondere in schwierigen Situationen helfen können.

Ein ganzes Bündel an Informationen und Broschüren hat die Gemeindeverwaltung Gechingen für die Familienbesucherin zusammengestellt. Darüber hinaus bringt Dürr die kostenlosen Windelmüllsäcke, einen Gutschein über 40 Euro zur Teilnahme an einem Stärke-Programm für junge Eltern und, als besonderes Bonbon, ein knallgrünes T-Shirt in Größe 74 mit der Aufschrift "Ich bin ein echter Gechinger" bei ihren Besuchen mit. Angesichts des demografischen Wandels, der auch vor der Gäugemeinde nicht halt macht, hofft Bürgermeister Häußler, in Zukunft möglichst vielen solcher T-Shirts in Gechingen zu begegnen. Während vor 15 Jahren noch Geburtsjahrgänge mit bis zu 60 Kindern keine Seltenheit waren, wurde im vergangenen Jahr ein Tiefstwert von elf Geburten verzeichnet.