Gechingen Paris als Inspiration

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Die Autorin Marie Pellissier las aus ihrem Roman "Der tödliche Tanz des Monsieur Bernard", ein Krimi mit französischem Flair, der so leicht daherkommt wie ein frisch gebackenes Croissant und am besten mit einem Café au Lait genossen wird.

Von Annette Selter-Gehring

Gechingen. Immer etwas Besonderes sei es für sie als Schriftstellerin, wenn sie das, was sie monatelang nur in ihrem Kopf bewegte und zu Papier brachte, bei einer Lesung teilen könne, so Pellissier. Als sie von ihrem Verlag das Angebot bekam, ihr zweites Buch, das erst vor wenigen Tagen auf den Markt gekommen ist, im "Coffee Tales" zu präsentieren, habe sie sofort zugesagt. "Ich war vor Jahren mit einigen Freundinnen hier zum Frühstücken und dachte damals: Hier würde ich gerne eine Lesung machen", merkt sie an.

Die 1971 geborene, deutsche Schriftstellerin mit dem Pseudonym Marie Pellissier, lebt mit ihren beiden Söhnen und ihrem Mann in Heidelberg. In ihren ersten Lebensjahren besuchte sie in Brüssel einen französischen Kindergarten. Anfang 20 entdeckte sie ihre Liebe zu der Stadt an der Seine mit ihren Gebäuden, Brücken, Gärten, Cafés und vor allem den Parisern. Nach etlichen Besuchen erfüllte sie sich einen Traum und lebte zwei Jahre in Paris. Wo genau? Natürlich am Place des Vosges im Haus mit der Nummer 3. Hier fand sie das Vorbild für ihre Protagonistin Lucie und ihr Wunsch zu schreiben, den Pellissier schon als Jugendliche verspürte, bekam Nahrung.

Dreh und Angelpunkt ihrer neuesten Kriminalgeschichte ist, wie schon im Erstlingswerk "Die tödliche Tugend der Madame Blandel", wieder das Haus Nummer 3 am Place des Vosges in Paris. Hier lebt und wacht die Gardienne Lucie, die Hausmeisterin, die nicht nur für Ordnung im Leben der sehr unterschiedlichen Bewohner sorgt, sondern sich mit liebenswürdiger Fürsorge um das Wohl ihrer Mitmenschen auch in so manche verzwickte Situation bringt. Die schon etwas in die Jahre gekommene, aber durchaus rüstige Lucie ist mit ihrem kriminalistischen Spürsinn die Heldin dieses unblutigen Krimis, der in bester Manier an englische Vorbilder wie Miss Marple erinnert. Ihrem Gegenspieler, dem grimmigen und uninspirierten Kommissar Legrand, ist die Gardienne, die ihm schon bei seinem ersten Fall in die Quere gekommen ist, ein Dorn im Auge.

Autorin fasst das Flair der Stadt in Worte

Mit französischem Charme, Witz, lebendigen und liebenswerten Charakteren ihrer Figuren und der Gabe, den Flair der Stadt in Worte zu fassen, hat Pellissier eine begeisterte Leserschaft gefunden. Lucie, ihr Mann Antoine, Ballettdirektor Guillaume Bernard, Kommissar Legrand und die anderen detailreich gezeichneten Personen zogen auch die Zuhörer im voll besetzten "Coffee Tales" in ihren Bann. Pellissier entführte sie in die Gassen und Winkel, die grandiosen Aussichten, Düfte und Farben der französischen Metropole und gab tiefe Einblicke hinter die glänzende Fassade der Pariser Oper und des Balletts. Sie ließ mit gekonnt flüssigem Stil den Funken des französischen Savoir-vivre überspringen.

  
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