Gechingen Neue Broschüre über Bio-Produkte

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Peter Schäfer (links hinten), Claudia Böttinger, Jonas Böttinger, Helmut Riegger, Gerd Böttinger und Sabine Föll präsentieren im Hofladen die aktualisierte Broschüre. Foto: Rousek

Gechingen - Immer mehr Menschen legen beim Einkauf Wert auf Bio-Qualität und wollen genau wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen. Da ist ein Betrieb wie der Waldhof der Familie Böttinger mit ihrem Hofladen genau das Richtige.

Neugierig streckten zahlreiche Kühe ihre Köpfe durch die Streben am Stall, um die Besucher genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Besucher – das waren Landrat Helmut Riegger, Peter Schäfer, Abteilungsleiter für Landwirtschaft und Naturschutz im Landratsamt, und die ebenfalls in dieser Abteilung tätige Sabine Föll, die sich von den Betreibern des Waldhofes Claudia und Gerd Böttinger auf dem Gelände herumführen ließen.

Anlass für den Rundgang war die neu aufgelegte Broschüre des Landkreises Calw, in der landwirtschaftliche Betriebe mit Direktvermarktung ihrer Produkte aufgeführt sind. 44 Höfe aus dem Kreis sind in dem kleinen Heft gelistet, mit Informationen über ihr jeweiliges Angebot, die Verkaufszeiten und natürlich die Adressen. Zudem sind die Wochenmärkte in Calw und Umgebung vermerkt, wo viele der Landwirte wöchentlich ihre Waren anbieten.

Die Broschüre über die Direktvermarkter wurde erstmals 1998 aufgelegt, nun wurde sie erneut auf den aktuellen Stand gebracht. "Wir haben die Broschüre bewusst kurz gehalten", meint Föll. Detailliertere Informationen gebe es auf der Internetseite des Landkreises.

Rund 70 Mutterkühe mit Kälbern und Jungtieren leben auf dem Waldhof in großzügigen Offenställen, beziehungsweise – den Sommer über – auf Weiden rund um den Hof.

Die Böttingers betreiben Mutterkuh-Haltung, das heißt, der Fokus liegt nicht auf der Milch-, sondern auf der Fleischproduktion. Die Limousin-Rinder – eine besonders robuste Rasse – werden auf natürliche Weise gedeckt, bekommen ihre Kälber und können diese säugen, bis sie alt genug sind. Im Alter von 14 bis 18 Monaten werden die jungen Tiere dann zu einem Schlachthof in Gärtringen gebracht. Ein Metzger, der am Waldhof angestellt ist, stellt aus dem Fleisch die fertigen Wurst- und Fleischspezialitäten her, die im Hofladen verkauft werden. Schweinefleisch und andere Leckereien werden von anderen Höfen aus der Region zugekauft.

Bald werden sich auf dem Waldhof noch einige tierische Bewohner mehr tummeln: Rund 500 Hühner ziehen im Januar auf dem Hof in Gechingen ein. Dafür wurde ein brandneuer und mobiler Hühnerstall aufgebaut, den man mithilfe eines Schleppers bewegen kann. Alle drei bis vier Wochen können die Hühner sich dann auf einem "neuen" Stück Wiese austoben. So wird nicht nur die Hygiene für die Vögel gewährleistet, sondern auch das Gras geschont.

500 Hühner kommen in mobilen Stall

Grund für die Investition sei die hohe Nachfrage nach Freilandeiern, erklärt Gerd Böttinger. "Eier von Hühnern aus Legebatterien kauft heute fast niemand mehr." Legen die neuen Bewohner dann genügend Eier, soll im Ort ein Automat aufgestellt werden, bei dem die Gechinger sich quasi "rund um die Uhr" mit frischen Freilandeiern versorgen können.

"Der Kunde weiß einfach, woher die Sachen kommen, die er isst", lobt Peter Schäfer das Konzept. Durch die Broschüre der Direktvermarkter werde es den Verbrauchern zudem noch leichter gemacht, direkt mit den Produzenten in Kontakt zu treten. Auch für die Region leiste dies einen wichtigen Beitrag, da die Wertschöpfung vor Ort bleibe, fügt Schäfer hinzu. "Es sind gute Produkte und das Geld bleibt in der Region."

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