
Gechingen - »Entwicklung des ländlichen Raumes« – unter diesem Titel hatte der Gechinger SPD-Ortsverein den früheren Landtagsabgeordneten und Nagolder Oberbürgermeister Rainer Prewo, der als Kreisrat aktiv ist, zu einem Referat eingeladen.
Auf der Basis von Zahlen des Statistischen Landesamtes stellte er zunächst fest, dass der Kreis Calw in den vergangenen Jahren außerordentlich stark bei der Bevölkerungszahl nachlässt und landesweit zu den größten Verlierern gehört. Dieser Verlust rühre aber nur wenig von niedrigen Geburtenzahlen bei gleichzeitig hoher Sterberate her, sondern sei im wesentlichen durch Wanderungsverluste begründet – vor allem durch den Wegzug von jungen Familien.
Um diesen Trend zu stoppen und umzukehren, müsse man zunächst fragen, was die Menschen veranlasse, an einem bestimmten Platz zu wohnen. Genannt wurden hier vor allem Arbeitsplätze, Schulen, Infrastruktur und Versorgung mit den Dingen des täglichen Bedarfs, bis hin zum öffentlichen Personennahverkehr und zum Tourismus. Und hier müsse die Politik auf Kommunal- und Kreisebene ansetzen. Es genüge eben nicht – wie in der anschließenden Diskussion festgestellt wurde – den Kreis zum »Wohlfühlkreis« auszurufen, sondern man müsse hier wie ein guter Unternehmer investieren, um Standortvorteile zu erzeugen. »Wir brauchen beim Busverkehr den Stundentakt und die Bahnverbindung von Calw nach Weil der Stadt«, führte Prewo unter anderem aus.
In den einzelnen Gemeinden seien Ideen und Kreativität gefragt, um Wünschenswertes mit Machbarem zu verbinden. Hier sei Bürgerbeteiligung in Form von Arbeitskreisen oder ähnlichem von Nutzen, wie sie beispielsweise in Nagold seit Jahren oder seit kurzem auch in Schömberg praktiziert werde. In der Diskussion wurde in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass auch in Gechingen eine solche Vorgehensweise geplant sei: Am 17. März 2012 soll eine »Zukunftswerkstatt Gechingen« ins Leben gerufen werden, die sich mit der künftigen Entwicklung des Ortes befassen wird. Schließlich hat auch die Gäugemeinde in den vergangenen Jahren fast zehn Prozent der Einwohner verloren.