Gechingen Im Gechinger Appeleshof rollen Märklin-Eisenbahnen

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Märklin-Eisenbahnen lassen Kinderherzen auch heute noch höher schlagen. Foto: Karmann Foto: Schwarzwälder-Bote

Gechingen. Wenn am Sonntag, 4. Dezember, Märklin-Spur-Null-Züge durch das Museum Appeleshof in Gechingen rattern, zeigt der Arbeitskreis Heimatgeschichte etwas, wovon schon die Großväter der Besucher träumten. Sehr häufig musste es allerdings beim Traum bleiben, denn für die Allermeisten war dieses Spielzeug zu teuer.

Auch heute noch hat die Eisenbahn en miniature kaum ihre Anziehungskraft verloren – besonders zur Weihnachtszeit. Die Begeisterung schlug schon hohe Wellen, als 1891 die erste Uhrwerkeisenbahn zum Aufziehen von Märklin über die Gleise in Form einer Acht rollte. Sie wurde ein Welterfolg, und mit ihr begann der Aufstieg von Märklin zum führenden Hersteller von Spielzeugeisenbahnen. Die Firma war schon vorher bei der Einführung technischen Spielzeugs erfolgreich gewesen, mit Dampfmaschinen und funktionierenden Kinder-Kochherden etwa, mit denen sie der technischen Entwicklung folgte, aber die Eisenbahn schlug alles. Es ist ja auch heute noch so, dass, wenn irgendwo ein Liebhaber seine liebevoll gestaltete Anlage zur Schau stellt, sich Jung und Alt darum scharen. Das Erfolgsmodell wurde immer weiter entwickelt, ab 1909 gab es Dampfmaschinenmodelle, ab 1926 elektrische Anlagen.

Wenn man bedenkt, welche Spielmöglichkeiten heute, im Computerzeitalter, Kindern und Erwachsenen zur Verfügung stehen, ist die nach wie vor ungebrochene Beliebtheit der Spielzeugeisenbahn doch verwunderlich. Wenn sie vielleicht auch bei den Kindern nicht mehr an erster Stelle steht, können sie möglicherweise, wie wir alle, doch die Faszination nachempfinden, die das Eisenbahnwesen auf Generationen technikbegeisterter junger und älterer Menschen ausübte, so dass die Spielzeugeisenbahn auch für Erwachsene zur Liebhaberei oder auch zum Sammelobjekt geworden ist.

Bastler gestalten ganze Landschaften, geprägt durch die Eisenbahn, mit Berg und Tal, Bahnhöfen und Schranken, Tunnels und Brücken. Dies allerdings meist mit der Tischeisenbahn der Spur H0, die ab den 1950er-Jahren einen steilen Anstieg der Absatzzahlen brachte. Nicht selten bekam damals schon das erste Kind einer Familie an seinem ersten Weihnachtstag eine Eisenbahn geschenkt, mit der dann der Vater hingerissen spielte und damit kompensierte, was ihm als Kind versagt geblieben war. Vielleicht taucht auch heute noch beim Spiel mit der Eisenbahn, egal ob auf einer Platte oder bei einer größeren Anlage in Keller oder Garten, eine entfernte Erinnerung an den gewaltigen Umbruch auf, der mit der Eisenbahn ins Land kam. Sie brachte Mobilität für alle und beflügelte den Gütertransport sowie den Tourismus.

Die Museumsbesucher werden am Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr Bedingungen antreffen, wie sie früher herrschten beim Spiel mit der Eisenbahn. Nicht der Computer, sondern der Spielende selber steuert Züge und Weichen. Die Ausstellung ist außerdem am 26. Dezember und 6. Januar zu sehen.

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