
Gechingen. Studenten der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen besuchten im Rahmen einer Projektarbeit zum Thema Hengstgruppenhaltung den bereits mehrfach ausgezeichneten Pensionsbetrieb "Pferdevilla" von Andreas Schmid in Gechingen.
Seit dem Wintersemester 2009/10 wird der Studiengang Pferdewirtschaft mit dem ersten berufsqualifizierenden Abschluss Bachelor of Science dort angeboten. Das Studium qualifiziert für leitende, beratende und organisatorische Aufgaben in den vielfältigen Bereichen der Pferdewirtschaft sowie des Pferdesports: bei Unternehmen, Verbänden, Organisationen, Medien und Pferdebetrieben. Obwohl es bereits verschiedene Forschungsprojekte gibt, die zeigen, dass Hengste sehr wohl friedlich miteinander im Herdenverband leben können, verbringen sie in den meisten Reitställen ein Leben in "Einzelhaft" – ein hoher Preis für die Erhaltung ihrer Männlichkeit.
In der "Pferdevilla" wird die artgerechte Haltung von Hengsten in Gruppen praktiziert. "Der direkte Kontakt ist sehr wichtig für ein glückliches sowie stressfreies Leben der Hengste und zwar nicht nur aus sicherer Entfernung über die Stallgasse oder einen Weidezaun", erklärte Betriebsleiter Andreas Schmid den Studenten. "Für diese Form der Hengsthaltung braucht es ein sehr gutes Herdenmanagement sowie fachkundiges Personal, denn der Umgang mit Hengsten will gelernt sein", betonte er. Hengste werden vom Ehepaar Schmid grundsätzlich unter Beobachtung und in mehreren Schritten in die Herde integriert.
Um das Verletzungsrisiko zu minimieren, müssen die Weiden ausreichend groß und sicher eingezäunt sein. Es muss jederzeit für ausreichend Futter und Wasser gesorgt werden. Zu Kämpfen kommt es, wenn die Hengste über Stuten konkurrieren. Deshalb verfügt der Betrieb über genügend Weiden, die abgeschieden von Stuten und dem Durchgangsverkehr anderer Pferde liegen. Sonja Schmid, selbst Besitzerin zweier männlicher Tiere, sagte: "Hengste sind bei uns nicht geduldet, sondern willkommen." Die Studenten zeigten sich ebenfalls begeistert und nahmen sofort direkten Kontakt mit den Pferden auf. Die Tiere genossen die zusätzlichen Streicheleinheiten der Besucher.