
Gechingen (ina). Soll nach den hohen Sanierungs- und Einrichtungskosten, die das Gechinger Rathaus im vergangenen Jahr verursacht hat jetzt noch einmal eine ansehnliche Summe für die Gestaltung der Ortsbücherei im Foyer des Gebäudes ausgegeben werden?
Diese Frage beschäftigte den Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Die Verwaltung hatte zu diesem Thema Schreinermeister Michael Kolb eingeladen, der einen detaillierten Vorschlag mit ausgearbeiteten Plänen zu der geplanten Maßnahme erläuterte. Danach sollen im Eingangsbereich des Rathauses Regale für die Ortsbücherei sowie Elemente für Kinderbücher und Spielsachen eingebaut, Türen gesetzt und ein Stehpult geliefert werden. Eine Verkleidung der vorhandenen Schräge und eine Abdeckplatte sollen zur optischen Aufwertung beitragen.
Da die von der Verwaltung vorgesehene Maßnahme immerhin rund 13 500 Euro kostet, gab es auch kritische Stimmen dazu. "Eigentlich wollten wir nicht so viel Geld ausgeben", stellte Gemeinderat Bernd Goller fest und fragte nach Einsparmöglichkeiten.
Seinen Ratskollegen Karl Bräuhauser störte, dass die Verwaltung nur eine Firma für ein Angebot aufgefordert hatte. "Wir haben noch andere Anbieter im Ort", stellte er fest und forderte, dass "künftig bitte nicht mehr so verfahren wird".
Gemeinderat Alexander Winter hielt die vorgeschlagene Lösung für gut durchdacht, da dabei auch der Eingangsbereich mitgestaltet werde. "Dieser Bereich ist geradezu die Visitenkarte unseres Rathauses", bekräftigte Gemeinderat Frank Heim und plädierte ebenfalls für die vorgesehene Lösung. Bernd Wentsch schien die Maßnahme jedoch sehr teuer und er schlug vor, durch nachverhandeln die Kosten zu senken.
Bürgermeister Jens Häußler verwies darauf, dass es deutlich billigere handelsübliche Katalogware gebe. Diese biete jedoch keine Möglichkeit, die Schräge entsprechend zu gestalten. Deshalb wäre ein Einbau nach Maß die beste Lösung, zumal dadurch auch der Eingangsbereich optisch aufgewertet würde.
Am Ende hatte die Befürworter gute Überzeugungsarbeit geleistet, jedoch auch der Hinweis, dass man für die Finanzierung keinen Ansatz im Haushaltsplan benötigt, sondern sie aus Haushaltsresten erfolgen kann, führte zu einer einvernehmlichen Lösung. Der Gemeinderat billigte das Gesamtkonzept einstimmig und vergab den Auftrag an die Schreinerei "Holzwerkstatt" Gechingen.