
Gechingen (ina). Tag für Tag leisten Gechinger Tageseltern qualifizierte Arbeit in den so genannten Randzeiten, die nicht von bestehenden Kindertageseinrichtungen abgedeckt werden. Doch die Bezahlung dieser Frauen ist mehr als bescheiden.
Laut Landratsamt erhalten die Tageseltern einen durchschnittlichen Bruttostundenlohn von vier Euro pro Kind, obwohl nach Abzug der Auf- wendungen für Verpflegung und Versicherungen nur noch etwa ein bis zwei Euro übrigbleiben, teilte die Verwaltung in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats mit. Diese Situation wurde von den Mitgliedern des Gechinger Gremiums als unbefriedigend empfunden. Prinzipiell sei die Kindertagespflege Angelegenheit des Landratsamts, wurde mitgeteilt, doch gebe es auf Kreisebene noch keine einheitliche Regelung.
Um den Tagesmüttern Wertschätzung zu zeigen und sie gerechter zu honorieren, sind einzelne Gemeinden schon dazu übergegangen, nach unterschiedlichen Modellen Zuschüsse zu zahlen. In Gechingen gibt es zur Zeit zwei zertifizierte Tagesmütter mit entsprechender Ausbildung. Eine Frau betreut zwei Kinder im Umfang von rund 100 Stunden im Monat. Die andere Tagesmutter betreibt zusammen mit einer Kollegin eine Großpflegestelle mit zur Zeit elf angemeldeten Kindern in zusammen rund 950 Betreuungsstunden pro Monat. Der Gemeinderat hatte sich vor der Sitzung ein Bild von der Situation gemacht und war positiv angetan von dieser Einrichtung.
Ein Blick auf die Situation in anderen Gemeinden des Kreises zeigt, dass dort entweder eine monatliche Pauschalförderung an die Tageseltern gezahlt wird oder die Eltern der Kinder von der Gemeinde einen Zuschuss zu den Betreuungskosten erhalten. "Unsere Unterstützung soll direkt den Tageseltern zugute kommen", unterstrich Kämmerer Joachim Kaufmann bei der Vorstellung verschiedener Modelle. Er favorisierte dabei eine Lösung, bei der die Tageseltern nach der Anzahl der geleisteten Betreuungsstunden gefördert werden. Danach werden bis zu 200 Stunden 100 Euro, von 201 bis 500 Stunden 300 Euro, von 501 bis 1000 Stunden 500 Euro und bei mehr als 1000 Stunden 700 Euro gezahlt. Das Gremium stimmte diesem Vorschlag mit einer Enthaltung von Jürgen Groß zu.