
Von Bettina Bausch
Gechingen. "Wichtig ist, dass wir für den gesamten Verlauf der mittelfristigen Finanzplanung schuldenfrei bleiben", stellte Bürgermeister Jens Häußler bei der Beratung des Haushaltsplans 2012 im Gemeinderat fest.
Obwohl die Kommune dieses Ziel wohl auch erreichen wird, warnte der Rathauschef vor allzu großer Euphorie und zwar vor allem mit Blick auf die Zuführungsrate vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt. Diese hatte 2010 noch 620 000 Euro betragen. Im vergangenen Jahr waren es noch 300 000 Euro, und für 2012 sind 230 000 Euro veranschlagt.
Nach Jahren der großen Investitionen in die drei Millionen Projekte Rathaussanierung, Erneuerung der Kläranlage und Bau eines Stauraumkanals mit Zusatzmaßnahmen wird die Gäugemeinde jetzt eine Verschnaufpause einlegen. "Was die Bauprojekte angeht, wird 2012 eher ein Planungs- als ein Maßnahmenjahr", kündigte Häußler an.
Laut mittelfristiger Finanzplanung sei die Zuführungsrate für Investitionen in den nächsten drei Jahren wieder höher. Im Hinblick auf die Baumaßnahmen, die in den Jahren 2013/14 auf die Gemeinde zukommen, sei dies dringend notwendig. Erfreulich für die Gechinger ist die Tatsache, dass in diesem Jahr die Hebesätze bei der Grundsteuer und bei der Gewerbesteuer auf dem bisherigen Niveau bleiben. Allerdings kündigte der Schultes an, dass die Abwassergebühren im nächsten Jahr im Zusammenhang mit einem eventuellen Zuschussantrag unter Umständen dem Schwellenwert der Förderrichtlinien angepasst werden müssen.
Kämmerer Joachim Kaufmann stellte den Haushaltsplan im Einzelnen vor. Er hat ein Gesamtvolumen von rund 10,2 Millionen Euro. Davon entfallen 8,6 Millionen Euro auf den Verwaltungs- und 1,6 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt. Auf der Einnahmenseite hob der Kämmerer die stark angehobenen Zuschüsse für Kindergarten- und Kleinkindbetreuung besonders hervor, so dass im kostenintensiven Bereich Kindergärten eine deutliche Entlastung eintritt.
Als große Projekte gehen im laufenden Jahr der Bau eines Pflegeheims, Maßnahmen zum Hochwasserschutz und Tiefbauarbeiten in der Gartenstraße in Planung. Die Ausführung soll dann in den Jahren 2013 und 2014 erfolgen.
"Wir müssen dafür keine Kredite aufnehmen", unterstrich Kaufmann. Die Gemeinde sei besser aus dem Jahr 2011 herausgekommen als ursprünglich angenommen wurde. Man könne optimistisch in das neue Jahr starten, hob Kaufmann hervor. Er vertraue auf ein gutes Zusammenspiel von Politik sowie Wirtschaft und habe keine inflationsbedingten Preissteigerungen in den Haushalt eingerechnet. Der Gemeinderat beschloss die Haushaltssatzung einstimmig.