Von Bettina Bausch

Gechingen. Der offizielle Unterricht ist längst beendet. Doch in einem Klassenzimmer der Gechinger Schlehengäuschule ist noch eine Gruppe acht- bis zehnjähriger Schüler über Schachbretter gebeugt und übt sich eifrig in diesem Spiel.

Die Mädchen und Buben werden ehrenamtlich von Jugendtrainer Armin Winterstein vom Schachverein Calw betreut. Dieser vermittelt seine Kenntnisse nicht in Form von trockener Theorie, sondern mit Hilfe einer technikgestützen, kindgemäßen Art und Weise, die den Jungen und Mädchen großen Spaß macht.

Das Computerprogramm "Fritz & Fertig" stellt den Schülern immer wieder spannende Aufgaben, die sie lösen sollen. Besonders reizvoll und anspornend ist, dass man bei guten Leistungen Pokale gewinnen kann. Die jungen Schachspieler haben schon einige davon einheimsen können.

Heute steht die Arbeit mit der Springerfigur im Mittelpunkt des Geschehens. Dabei wird den jungen Spielern verdeutlicht, dass diese besonders im Mittelfeld des Schachbretts eingesetzt werden sollte, da sie dort am beweglichsten agieren kann, am Rande platziert jedoch deutlich weniger Chancen hat. "Springer am Rande bringt Kummer und Schande", lautet der launige Satz, mit dessen Hilfe Winterstein diese alte Schachweisheit bei den Kindern festigt.

Dann kommen die Bauernfiguren in den Fokus der Leerstände, und die Nachwuchsspieler lernen, dass man einen unscheinbaren "Bauern" gegen jede andere Schachfigur austauschen kann, wenn es gelingt, eine Bauernfigur bis an den gegenüberliegenden Rand des Schachbretts zu bringen.Man merkt, dass diese Art von Schach-AG den Schlehengäuschülern sichtlich Freude bereitet. "Mir macht das Schachspielen einfach Spaß", sagt der siebenjährige Tim Kreuch. "Je nach Gegner bin ich immer wieder besser oder schlechter", erzählt der achtjährige Jonathan Käfer. Schachtrainer Winterstein sieht deutliche positive Aspekte für die Beschäftigung mit diesem anspruchsvollen Schachspiel. "Schüler, die Schach spielen, haben deutliche Vorteile in der Schule, denn dieses Spiel fördert das vernetzte Denken", unterstreicht er. Außerdem fördere es die Sozialkompetenz, das strategische Denken und die Konzentration der Jungen und Mädchen.