Von Bettina Bausch

Gechingen/Ostelsheim. Der SPD-Ortsverein Gechingen/Ostelsheim hat das Schwabenalter erreicht. Dies war Anlass für eine Feier, zu der der Vorsitzende Tilman Schwarz neben örtlichen Repräsentanten auch Parteifreunde aus Nachbargemeinden begrüßte.

Sieben Gründungsmitglieder hatten vor 40 Jahren die Initiative ergriffen und den Ortsverband gegründet. Wie in einem kurzweiligen Rückblick vom sozialdemokratischen Urgestein Karl-Heinz Dingler herausgestellt wurde, gaben die damaligen Notstandsgesetze, der Radikalenerlass und der politische Aufbruch, der mit der Kanzlerschaft von Willy Brandt verbunden war, den Anstoß dazu, dass sich Gleichgesinnte aus Gechingen und Ostelsheim politisch organisierten.

Nostalgische Wahlplakate und zahlreiche an Stellwänden befestigte Zeitungsausschnitte gaben einen Einblick in die Höhepunkte des Ortsverbandslebens. Aus dessen Reihen gab es immer wieder zahlreiche tüchtige Lokalpolitiker, die sich im Gemeinderat und im Kreistag engagiert einbrachten.

Bürgermeister Jens Häußler betonte in seinem Grußwort gerade diesen Gesichtspunkt besonders. "Die vier derzeitigen SPD-Gemeinderäte leisten im Gremium gute Arbeit", lobte er. Außerdem hob er hervor, dass auch den SPD-Gemeinderäten das Wohl der Kommune stets wichtiger sei als parteipolitisches Taktieren. "Die soziale Schere geht immer weiter auseinander. Da wäre dringend europaweit der Aufbruch nötig, um die Gesellschaft nach vorne zu bringen", unterstrich Saskia Esken, die Kreisvorsitzende und designierte SPD-Kandidatin für die Bundestagswahl 2013 mit Blick auf künftige Aufgaben.

Mit etwas Wehmut wurde festgestellt, dass die Mitgliederzahl der Bundes-SPD von ehemals rund 700 000 auf jetzt rund 500 000 Mitglieder zurückgegangen sei. Auch beim Doppelortsverband Gechingen/Ostelsheim gab es einen Rückgang von ehemals 30 auf jetzt 16 Mitglieder. Doch die Genossen möchten sich nicht entmutigen lassen und die geschrumpfte Gruppe weiter am Leben erhalten. Immerhin gibt es derzeit mit Meinhard Schwarz schon ein 15-jähriges Mitglied.

Der Vorsitzende ehrte mehrere Mitglieder für ihr langjähriges Engagement. Ganz besonders wurde der Einsatz von Dieter Haas gewürdigt, der zum neuen Ehrenvorsitzenden des Ortsverbands ernannt wurde. Er gehört der SPD bereits seit 43 Jahren an und war der Partei schon vor seinem Zuzug nach Gechingen beigetreten. "Meine Frau und ich sind einen Tag nach der Wahl von Willy Brandt zum Bundeskanzler gemeinsam in die Partei eingetreten", erinnerte sich Haas. Er war 22 Jahre lang der Ortsvereinsvorsitzende und saß elf Jahre für die SPD im Gechinger Gemeinderat.

"Der Dieter ist ein Motor ohne Ende", würdigte Dingler die unermüdliche Leistung von Haas für den Ortsverband. Für mehr als 40-jährige Mitgliedschaft wurden Werner Noé und Karl-Heinz Dingler geehrt. Dietrich Heine und Ilse Weiser gehören dem Ortsverein seit 37 Jahren an. Alle erhielten Urkunden aus der Hand des Vorsitzenden.

Die Feier wurde von Musikbeiträgen des Posaunenchors Gechingen umrahmt. Außerdem hatten fleißige Mitgliederfrauen mit Häppchen und süßem Gebäck für die Bewirtung der Gäste gesorgt.