
Seit 2007 zeichnet der Verband IWS Immobilienwirtschaft Stuttgart alle zwei Jahre Immobilien mit dem Immobilien-Award aus, die „Maßstäbe setzen und zukunftsweisend sind”. Bewertet werden städtebauliche, architektonische sowie technische und gestalterische Aspekte, ebenso ökologische und sozio-kulturelle Kriterien. Dem IWS gehe es dabei in erster Linie um ganzheitliche und kreative Konzepte, betonte IWS-Vorstandsvorsitzender Peter Brenner bei der Gala in der Staatsgalerie in Stuttgart vor rund 400 Gästen. Der Preis solle außergewöhnliche Immobilien auszeichnen und die Immobilienbranche inspirieren, neue Wege zu gehen. „Der Award versteht sich deshalb auch nicht als Architekturpreis, von denen es viele und gute gibt”, so Brenner. Der IWS habe sich deshalb auch ganz bewusst für das Hauptkriterium „Innovation und Wirtschaftlichkeit” entschieden.
Wurden noch vor zwei Jahren 32 Projekte für den Immobilien-Award eingereicht, waren es in diesem Jahr nur 21 Immobilien. Für Anke Stadelmeyer, die beim IWS federführend für den Award verantwortlich ist, spiegelt der Rückgang um gut ein Drittel bei den Einreichungen die Konjunktur wider. Für den Award in zwei Jahren rechnet der Verband deshalb auch wieder mit mehr Bewerbungen. Umso erfreulicher sei, dass fast die Hälfte aller Einreichungen aus der Metropolregion komme. Dies zeige laut Stadelmeyer, dass der Verband auch außerhalb der Landeshauptstadt an Bedeutung gewonnen habe.
Diese Beachtung vermisst die Immobilienwirtschaft bislang noch bei der neuen Landesregierung. Zwar hat Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid, nachdem er der Expo Real ferngeblieben war und damit die Branche verärgert hatte, kürzlich im Gespräch mit dieser Zeitung seine Dialogbereitschaft signalisiert. „Jetzt müssten auf diese Ankündigung aber Taten folgen”, so Peter Brenner am Rande der Veranstaltung.
In einer Diskussionsrunde mit Wolfgang Riehle, dem Präsidenten der Architektenkammer Baden-Württemberg, und Moderator Bernd Gnann, dem Intendanten des Kammertheaters Karlsruhe, nutzte der IWS-Vorstandsvorsitzende die Gelegenheit, nochmals auf die Relevanz von Stuttgart 21 f ür das Land und die Region hinzuweisen. „Das Projekt müsse im Interesse der Zukunftsfähigkeit des Landes kommen.”