Furtwangen Wilde Kleidercontainer ein Ärgernis

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Auch an der Ecke Stephan-Blattmannstraße/Zur Langeck wurde ein illegaler Kleidercontainer aufgestellt, die Aufschrift: "Ein Herz für alle". Foto: Winter Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Matthias Winter

Furtwangen. "Ein Herz für alle" steht auf den Altkleidercontainern. Gemeint ist aber "ein Herz für den Geldbeutel unserer Firma". Die Rede ist von den seit einiger Zeit allenthalben aufgestellten Containern, die vor allem dem Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes ein Dorn im Auge sind.

Die überwiegend illegal aufgestellten Kleidersammel-Container gehören einer unbekannten kommerziellen Firma. "Mit unserer Kleidersammlung finanzieren wir unserer Arbeit vor Ort", betonte DRK-Vorsitzender Hans- Jürgen Freund, auf Anfrage. Damit kommt eine Schuh- oder Kleiderspende letztlich wieder der Bevölkerung vor Ort zugute.

Nun allerdings besteht die Gefahr, dass diese Einnahmequelle ehrenamtlicher Arbeit zumindest teilweise wegbrechen könnte. Denn wenn die neuen kommerziellen Container ein Großteil des Altkleideraufkommens "abfischen", bliebe für das DRK nicht mehr viel übrig.

Ärgerlich für das DRK ist auch der Umstand, dass bei der kommerziellen Konkurrenz bewusst auf eine Täuschung der Menschen gesetzt wird. Denn es werden Symbole benutzt, die jenen des DRK ganz ähnlich ist, so gibt es ein weißes Kreuz auf rotem Grund und auch der freilich nichtssagende Spruch "ein Herz für alle" soll suggerieren, dass es sich dabei um eine guten Zweck handelt. Verständlich, dass diese Methoden Hans-Jürgen Freund und seine Mitstreiter(innen) auf die Palme bringen.

Für zusätzlichen Ärger beim DRK sorgt allerdings der Umstand, dass ein Großteil der Container auch noch auf städtischem Gelände abgestellt ist, und zwar ohne Genehmigung – also illegal. Man versuche, auf die Stadt einzuwirken, etwas dagegen zu unternehmen, versicherte Freund.

Aus Sicht der Stadt ist das aber gar nicht so einfach. "Wir haben lediglich eine Handynummer", meint die stellvertretende Hauptamtsleiterin Angela Klein auf Anfrage. Und auf Anrufe der Stadt werde oft gar nicht reagiert. Welche Firma dahinter stecke, sei der Stadt nicht bekannt.

Hauptproblem sei jedoch, dass das bisherige Sammlungsgesetz nicht mehr gelte und eine Genehmigung für Sammlungen oder Sondernutzungen nicht mehr erteilt werden müsse.

Von einem Abschleppen der Container habe man Abstand genommen, da dies als Diebstahl ausgelegt werden könnte. Zudem müsste man einen Ort haben, wo die Container zwischengelagert werden könnten. "Am liebsten wäre uns, diese Container würden von der Bevölkerung ignoriert", meinte Angela Klein. Denn wenn sich das Geschäft nicht lohne, würden die Betreiber die Container von sich aus wieder abbauen.

Zumindest die Furcht vor einer Diebstahlsanzeige kann Matthias Horn, Leiter des Furtwanger Polizeipostens, nicht teilen. "Bei der Stadt würde die Zueignungsabsicht fehlen", meinte er. Denn die Stadt würde die Container ja nicht für eigene Zwecke verwenden wollen, "somit kann es kein Diebstahl sein".

Allerdings würden Kosten auf die Stadt zukommen und es könnte Streit geben, der mit viel Arbeit verbunden wäre.

Die Polizei jedenfalls, machte Horn klar, kann in der Angelegenheit nichts unternehmen – es sei denn, Container würden verkehrsbehindernd aufgestellt. Zuständig sei der Eigentümer des Geländes, unter anderem also die Stadt.

Ein privater Eigentümer auf dem Moos hat mittlerweile allerdings reagiert. Er teilte der Polizei telefonisch mit, dass er per Anwalt gegen das Abstellen eines Sammel-Containers auf seinem Gelände vorgehen werde.

Auch das Rote Kreuz werde in der Sache am Ball bleiben, versichert Freund. Unter anderem werden die Fremd-Container mit Hinweisschilder versehen, dass diese illegal seien und nichts mit dem DRK zu tun hätten. Gleichzeitig wird darum geben, das DRK mit Altkleidergaben zu unterstützen. Das Problem sei dass diese Hinweise bei einer Leerung der Container wieder entfernt würden, meint Freund. Tatsächlich war der kürzlich auf einem Container in der Ilbenstraße angebrachte Hinweis Anfang dieser Woche nicht mehr zu entdecken.

Das örtliche DRK wird am Samstag, 18. Mai, eine Altkleidersammlung anbieten. Bei dieser Gelegenheit werden man auch auf die Praktiken kommerzieller Sammler hinweisen, versicherte Freund.

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