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Furtwangen Sabrina Weckerlin doch nicht Päpstin

Isabella Heimpel, vom 06.02.2012 08:01 Uhr
Alles Sträuben nützt nichts: Bürgermeister Josef Herdner wird aus dem Rathaus abgeführt. Foto: Schwarzwälder-Bote
Alles Sträuben nützt nichts: Bürgermeister Josef Herdner wird aus dem Rathaus abgeführt. Foto: Schwarzwälder-Bote

Furtwangen - Nach dem Klepfen der Fuhrkigili am Dreikönigstag wurde – bei eisigen Temperaturen – mit dem Ausrufen der Fasnet und dem Stellen des Narrenbaums am Samstag die heiße Phase der Furtwanger Fasnet 2012 eingeläutet.

Das eiskalte Wetter blieb allerdings nicht ohne Folgen: Die Zahl der Zuschauer auf dem Marktplatz war deutlich geringer als in anderen Jahren. Sicherlich blieb auch das eine oder andere Zunftmitglied bei dieser Kälte lieber zu Hause. Bevor das Spektakel aber begann, gab es zuerst einmal einen Umzug durch die Stadt.

Von der Bregstraße her zogen die Narren, angeführt vom Bodenwälder und gefolgt von den Narrenbaumsetzern mit ihrem riesigen Narrenbaum durch die Stadt. Traditionell begleitet wurde dieser Narrenzug von der Stadtkapelle unter der (kommissarischen) Leitung von Bernhard Weißer. Auf dem Marktplatz bezog dann der Narrenrat seinen Aussichtsposten auf einer großen Bühne, während sich die Narrenbaumsetzer bereits daran machten, den Baum aufzustellen. Bei einem so großen Baum ist dies natürlich immer mit sehr viel Mühe und Arbeit verbunden. Am Ende gelang aber wie in jedem Jahr dieses Unterfangen reibungslos.

Der wichtigste Akt beim Ausrufen ist neben dem Aufstellen des Baumes die Machtübernahme im Rathaus. Zuerst einmal wurde von den Narren aber wieder das Rathaus ausgemistet und Berge von Papierschnipseln aus den Fenstern geworfen. Dann warteten alle auf den Bürgermeister, der von den Hexen heraus geholt werden sollte. Doch alles sich Wehren nützte nichts, die Hexen führten Josef Herdner ab und brachten ihn zum hohen Narrenrat. Hier blieb ihm dann ebenfalls nichts anderes übrig, als schließlich Zunftmeister Christoph Winker den Rathausschlüssel zu überlassen, der diesen dann triumphierend präsentierte.

Stadtkapelle nach dem Muster der Grünen

Der Zunftmeister verlas wie üblich die Proklamation zur Machtübernahme. Dabei nahm er einiges aus dem Stadtgeschehen aufs Korn. So durfte ein Seitenhieb auf die kürzliche Landesschau-Sendung des SWR nicht fehlen. Für Aufsehen und Entsetzen habe darüber hinaus bei den Alte Jungfere die Meldung gesorgt, dass Sabrina Weckerlin in Rom zur Päpstin gewählt worden sei. Pfarrer Paul Demmelmair habe allerdings aufklären können, dass es sich hier nur um ein Musical in Fulda handelt.

Da sich die Narrenzunft in diesem Jahr in Vöhrenbach zum Jubiläum des Rosenmontagsumzugs beteiligt, kündigte Christoph Winker an, dass man künftig alle 50 Jahre nach Vöhrenbach fahren werde, um die Weiterentwicklung "in dem ehemals dörflich-fürstenbergischen Zinken" zu beobachten.

Die Stadtkapelle habe nach dem Muster der Grünen im Landtag eine Doppelspitze und einen rollierenden Vorstand eingeführt: Alle sechs Monate werde ein neuer Dirigent und alle zwölf Monate ein neuer Vorsitzender bestimmt, um damit endlich das "ge-Moser-e" zu unterbinden. Der Hang am Stollenwald könne nun endlich als Auslauf gleichermaßen für Dackel und Rindviecher genützt werden, nachdem endlich der lästige Skilift abgebaut werden konnte.

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