Furtwangen Orientierung am Menschen vorrangig
Schwarzwälder-Bote, 12.07.2012 21:01 UhrVon Siegfried Kouba
Furtwangen. Wie geschätzt und beliebt die bisherige Geschäftsführerin der Sozialstation, Erika Schirmaier, und Christa Müller, die seitherige Leiterin des Pflegedienstes, sind, war am Mittwochabend bei der Verabschiedung mit anschließendem gemütlichen Beisammensein abzulesen.
Bürgermeister Josef Herdner dankte allen Verantwortlichen, Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern. Er war erfreut, dass die Kommunen nicht wegen Zuwendungen in Anspruch genommen wurden. Er lobte, dass nicht nur der betriebswirtschaftliche Aspekt bei der Umstrukturierung beachtet wurde. Wichtig sei "die Orientierung am Menschen".
In Anlehnung an den einstigen Vorgänger Hans Frank meinte er zu Erika Schirmaier: "Du häscht's guet g'macht." Er verglich das Wirken der bisherigen Geschäftsführerin mit einem Rucksack bei einer Wanderung, der sich immer mehr leere, aber immer mehr durch Mannigfaltigkeit des Lebens gefüllt werde.
Zweiundzwanzigeinhalb Jahre Bilanz zog Pfarrer Paul Demmelmair. Erika Schirmaier habe die EDV eingerichtet, Mängel kundgetan und die häusliche Pflegehilfe aufgebaut. Lag der Aufwand 1990 bei 490 000 Mark, so stieg er zum Jahr 2011 auf über 1,3 Millionen Euro. Schirmaier habe immer ein offenes Ohr für Kunden und Mitarbeiter gehabe. Sie habe alle Arbeiten "unaufgeregt" erledigt. Als Dank gab es einen Blumenstrauß.
Die Laudatio für Christa Müller übernahm Lothar Dilger. Sie war im Oktober 1995 zur Sozialstation gestoßen und wurde zur "Idealbesetzung", die ein Team von 20 Frauen aufbaute. Mittlerweile werden 16 000 Essen (2011) ausgegeben. Müller sei ein Vorbild mit großem Engagement gewesen. Für ihre künftigen sportlichen Aktivitäten erhielt sie einen Gutschein.
Viel Lob und eine große, von Frank Rimbrecht geschnitzte Blume gab es für den immerwährenden Einsatz und die einfühlsame Arbeit Erika Schirmaiers. "Der Kapitän geht nach stürmischen und bewegten Zeiten von Bord", kommentierte Martina Glaser das Ausscheiden von Erika Schirmaier. Ein Pflaumenbäumchen für ""die tolle Zeit" wurde von den Mitarbeitern an die Geschäftsführerin überreicht.
Michael Stöffelmaier vom Caritasverband lobte das regionale und überregionale Engagement. Schirmaier habe "viel Neues bewegt" und ein schwieriges Geschäft bewältigt. "Das letzte Wort" blieb der Scheidenden, die sich herzlich bedankte. Sie war froh über "die Unterstützung bei der Hilfe für alte und kranke Menschen". Die Arbeit habe sich gelohnt.
Der künftigen Gärtnerin und Oma sang der gemischte Mitarbeiterchor noch ein gelungenes Abschiedsständchen.


