
Von Axel Wolf
Furtwangen. Nachts klirrender Frost, tagsüber schafft es die Sonne sogar da und dort, den Schnee zum Schmelzen zu bringen. Die Folge: Auf den Straßen bilden sich tückische Glatteispassagen, gegen die Räum- und Streudienste beinahe machtlos sind.
"Gegen 20.45 Uhr befuhr ein Pkw-Fahrer die Martin-Schmitt-Straße und geriet auf der eisglatten Fahrbahn ins Schleudern. Anschließend prallte er in die Leitplanke. Schaden ca. 1000 Euro." Diese Meldung aus dem gestrigen Pressebericht der Polizei dürfte kein Einzelfall bleiben, wenn die aktuelle Wetterlage weiter anhält.
Was dem erwähnten Verkehrsteilnehmer widerfuhr, kann derzeit fast jeden Autofahrer treffen. Auf vielen Straßen liegt der festgefahrene, oft völlig vereiste Schnee. Dazwischen vier schmale schwarze Streifen: Auf diesen schmalen Asphaltbändern wiegen sich die Verkehrsteilnehmer in Sicherheit – zu Unrecht, wie die Meldung der Polizei beweist.
"Wir haben derzeit das Problem, dass die Sonne bei günstiger Einstrahlung über Mittag den Schnee und das Eis antaut", sagt Max Martin, Leiter der Straßenmeisterei Villingen-Furtwangen. Das dabei entstehende Schmelzwasser sammle sich in den schmalen schwarzen Rinnen und bilde dort spätestens, wenn der Bereich wieder im Schatten liege, Glatteis.
Dieses Problem betreffe keineswegs nur die Martin-Schmitt-Straße in Furtwangen. Angesichts nächtlicher Temperaturen von 20 Grad unter null oder noch tiefer "würde nur unsinnig viel Salz helfen", sagt Martin. Dem festgefahrenen Schnee mit Eisunterlage lasse sich ohnehin nicht beikommen. "Den kriegen wir auch mit dem Pflug nicht weg". Dabei seien seine Leute während des jüngsten Schneefalls fleißig im Einsatz gewesen und hätten so gut geräumt wie es nur möglich gewesen sei.
"Wir müssen uns derzeit darauf beschränken, die wirklich ganz gefährlichen Stellen zu entschärfen", verweist Martin auf Bereiche mit ständigem Wasserzulauf. Dort werde Kalziumchlorid mit besonders starker Auftauwirkung eingesetzt.
Den Autofahrern rät der Leiter der Straßenmeisterei zu besonderer Vorsicht. Es handle sich nun mal um ziemlich extreme Bedingungen. Und die dürften kaum besser werden, sollte in den kommenden Tagen weiterer Schnee fallen.