Furtwangen Junge Leute lernen, was Respekt ist

Schwarzwälder-Bote, 18.07.2012 00:06 Uhr

Von Axel Wolf

Furtwangen. Anstöße geben zum Nachdenken, über den eigenen Tellerrand hinausblicken, Verlässlichkeit zeigen: Dies stand gestern im Rathaus und auf dem Marktplatz im Mittelpunkt, als sich 31 Auszubildende und Schüler zum Sozialprojekt "Respekt" trafen.

Respekt, also Rücksicht nehmen – dafür hatten die jungen Leute von den sie betreuenden Erwachsenen Themen genannt bekommen. Toleranz etwa – gegenüber Geschlecht, Nationalität und Religion. "Wir haben anfangs gut 30 Minuten nur über den Begriff Toleranz gesprochen", zog Dirk Maute vom Jugendhaus in der Mittagspause eine Zwischenbilanz. Die Gruppe habe für sich entschieden, den häufig viel zu leichtfertig benutzten Begriff als "Hinnehmen" zu deuten.

Der Respekt gegenüber alten und Behinderten war das Thema einer anderen Arbeitsgruppe. Über Rücksicht gegenüber Umwelt, Natur und Schöpfung wurde an einem anderen Tisch im Bürgersaal diskutiert.

"Respekt vor sich selbst" war schließlich das Thema der vierten Gruppe. "Wir streben bis zum Ende dieses Workshops einerseits Ziele an", erklärte Michael Schonhardt, Ausbildungsleiter bei der Firma Siedle, andererseits wolle man die Teilnehmer auch nicht überfordern. Dass ein Ziel beim Respekt vor sich selbst das messbare Erscheinungsbild des Einzelnen sein könne, deutete sich gegen Mittag schon an.

Wichtiger als eine große Zahl von Zielen war es auch für die anderen Betreuer – von der Firma Siedle außerdem Simone Jeschke und Mathias Seeburg, von der Stadt Carmen Grieshaber und Simone Wehrle Auffassung von Respekt stehen.

Jeder unterschreibt

In einer gemeinsamen Präsentation wurden die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen zusammengetragen. "Jeder unterschreibt die Ziele", sagte Schonhardt. Damit das überprüfbar bliebt, werden die Unterschriften in der Firma, dem Jugendhaus und dem Rathaus ausgehängt.

Carmen Grieshaber nannte es einen Glücksfall, dass die wenigen Auszubildenden der Stadt durch die Zusammenarbeit mit der Firma Siedle die Möglichkeit geboten bekamen, die ihnen die Stadt alleine nicht hätte bieten können. "Die Ausbildung in der Verwaltung sieht doch ein wenig anders aus als in einem gewerblichen Betrieb." Und dessen Azubis bekamen im Laufe des Tages einen Einblick, wie es in einer Amtsstube zugeht. Für die Teilnehmer des Jugendhauses war es interessant zu erfahren, was sie nach dem Schulabschluss im Berufsleben erwarten könnte.

 
 
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