Furtwangen Jeinous Tawakoli verabschiedet
Schwarzwälder-Bote, 19.07.2012 00:27 Uhr
Mit Blumen und Geschenken verabschiedete Rektor Frank Wallner die scheidende Schulsozialarbeiterin Jeinous Tawakoli (im Vordergrund). Sabine Wild wird ihre Nachfolgerin. Foto: HeimpelFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Stefan Heimpel
Furtwangen. Einen ganzen Reigen von Verabschiedungen gibt zum Ende dieses Schuljahres an der Werkrealschule geben. Herausragend war dabei der Abschied der Schul-Sozialarbeiterin Jeinous Tawakoli, welche die Schule nach elf Jahren verlässt.
Rektor Frank Wallner lobte die hervorragende Arbeit, die sie geleistet habe. Tawakoli begann ihre Tätigkeit an der Furtwanger Hauptschule 2001, damals noch unter Rektor Gerhard Stoll. Persönliche Gründe seien es nun, die sie zur Kündigung veranlassten. Wie Jeinous Tawakoli selbst erläuterte, sei es ein familiärer Anlass, der sie zu diesem Schritt bewegt habe. Ihre Tochter in England brauche für einige Zeit eine gewisse Unterstützung. Dabei bedauerte Jeinous Tawakoli, dass der Caritasverband den beantragten unbezahlten Urlaub zu diesem Zweck nicht genehmigt habe. Denn sie hätte gerne nach ihrer Rückkehr wieder an der Furtwanger Werkrealschule gearbeitet. Auch Rektor Frank Wallner bedauerte diese Regelung beim Caritasverband als Arbeitgeber, da man die Arbeit von Jeinous Tawakoli sehr geschätzt habe.
Sie habe sehr viel für die Schule getan und durch ihre Anwesenheit die Lehrer in vieler Hinsicht entlastet. Ein wesentliches Anliegen sei gewesen, dauerhafte Lösungen zu finden, also die Nachhaltigkeit zu sichern. Sie habe eine unglaubliche Kreativität an den Tag gelegt.
Dabei sei eine solche Sozialarbeit sehr schwierig. Nicht zuletzt gelte es die hier auftauchenden Probleme vom eigenen Leben zu trennen. Die Tätigkeitsfelder der Schulsozialarbeit seien sehr breit. So habe sie viele Initiativen gestartet, so das Schüler-Café. Aber auch ganz konkrete Probleme wie das Mobbing wurden von ihr intensiv angegangen. Wichtig gewesen sei die Netzwerkarbeit mit anderen Institutionen wie der Polizei und dem Kinderschutzbund. Aber auch sehr viel Einzelbetreuung fanden statt, beispielsweise wenn Schüler einen Trauerfall verarbeiten mussten oder die Scheidung der Eltern. In ihren Arbeitsbereich gehörten auch die Kinder-Armut oder Kinder ohne Betreuung.
Die Arbeit von Jeinous Tawakoli habe meist im Hintergrund stattgefunden sei oft nicht wahrgenommen worden. Doch es sei sicher, dass sie mit ihrer Aktivität in vielen Bereichen tätig war und dafür sorgte, dass eben nichts passierte. Jeinous Tawakoli dankte für das gute Miteinander in der Schule. Die Schulsozialarbeit sei ein sehr schwieriges Feld, habe ihr aber jeden Tag viel Spaß gemacht. Sie habe auch selbst vieles gelernt und interessante Kontakte knüpfen können. Sie habe immer versucht, das zu tun, was richtig war.
Beeindruckt war sie von der Herzlichkeit, mit der sie von den Schülern verabschiedet wurde.


