
Von Siegfried Kouba
Furtwangen. Der "Gwinner" ist eine Regionalwährung, die seit geraumer Zeit von sich reden macht und weit über das Kreisgebiet bereits vernetzt ist. Seit 2007 besteht ein Verein, der sich um Organisation kümmert.
Um auch in Furtwangen Unternehmen und Kunden gleiche Chancen einzuräumen, sorgte Felix Duffner für den Start im Gasthaus "Bad". Als Referenten konnte er den Vorsitzenden des "Gwinner e.V.", Gerhard Weber aus Villingen, gewinnen.
Und er fand Furtwanger Geschäftsleute, die sich informieren lassen wollten. Darunter waren Vertreterinnen des Naturkostladens, ein Bettengeschäftsinhaber, ein Hausservice-Unternehmer, ein Bankfachmann, ein Gastwirt, eine Schuhgeschäftsfrau, ein Modegeschäftsvertreter, ein Metzger- und ein Malermeister.
Die Vorteile liegen auf der Hand, doch nur rund zwei Prozent der Bürger fühlen sich angesprochen. Dabei kann man seinen eigenen Verein unterstützen, besondere Produkte erhalten, ein "Wir-Gefühl" erleben und die Umwelt schützen.
Als Unternehmer besteht die Chance, neue Kunden zu gewinnen und sie langfristig zu binden. Ferner kann er von regionalen Werbeplattformen profitieren. Die Unternehmer werden rechnen müssen, denn bei Rückkauf muss ein fünfprozentiger Einbehalt hingenommen werden. Davon werden zwei Prozent für Unkosten verwendet und drei Prozent für Förderung sozialer Zwecke eingesetzt.
In Deutschland existieren rund 70 derartige Initiativen, worunter der "Chiemgauer" die bekannteste ist. Die Anwesenden waren wissbegierig, aber auch kritisch. Positiv war Richard Trapp eingestellt, der nicht in erster Linie den persönlichen Profit sah, sondern die Vorzüge des gemeinschaftlichen Systems sowie den sozialen und erzieherischen Effekt. Gerhard Weber informierte umfassend und stand allen Fragen offen. Der gebürtige Heidelberger ist am Wirtschaftsgymnasium Villingen Lehrer. Seine Studienfächer und seine gesellschaftliche Verantwortung führten ihn zu der "Regionalwährung". Der Vorteil liegt auf der Hand, denn bei weltweiten Krisen kann ein engmaschiges Netz von Anbietern unterschiedlicher Branchen das Überleben einer Region bedeuten. Wie die Großen mit "Pay Back" werden attraktive "social web currancies" geschaffen. Nach langer Vorbereitungsphase konnten letztes Jahr die ersten "Gwinner" gedruckt werden, die auch mit Sicherheitsmerkmalen ausgestattet sind.
Funktioniert das System, kommt es zur Vereinsförderung, zum Erhalt der Nahversorgung, der Wertschöpfung am Ort und die individuelle Arbeitsplatzsicherung. Gerhard Weber meint, der Gwinner ist "nicht nur hilfreich, sondern eine notwendige Regionalwährung". Vorteil für Unternehmen: Es können zinsgünstige Mikrokredite bis zu 4 000 Euro gewährt werden. Der erste Schritt ist getan und spontan wollen mindestens zwei Geschäftsleute mitmachen.